Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
115
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115und plünderte das Kloster des h. Lazars. Mit Knüttelnund Keulen bewaffnet, zogen sie einher. Ihr Scheingrundwar, eine Nachsuchung nach Waffen zu halten, um sodannGewalt mit Gewalt abzutreiben. Diese beiden Tage waren,so zu sagen, ein Bürgerkrieg zwischen dem Hofe und demHause Orleans. Sechs Menschen kamen in den Kellernvon St. Lazar um; man fand sie im Wein ersäuft. Fünfandere starben an Gift. Sie stürzten in der Apotheke desKlosters einige Flaschen sehr starker, medizinischer Getränkehinunter, und glaubten, nur gebrannte Wasser zu sich ge-nommen zu haben. Die Ställe wurden in Brand gesteckt.Die ganze Vorstadt gerieth in Aufruhr, und erhob sich mitder größten Bestürzung. Acht Weiber und zehn Kinderverloren im Gewühle das Leben. Die franz. Garden tha-ten ihre Schuldigkeit. Vierhundert von ihnen begaben sichauf den Schauplatz des Raubes und der Plünderung. Ihrekaltblütige Entschlossenheit setzte den Bösewichtern Schran-ken, und verhinderte sie, ihren schändlichen Entwurf auszu-führen, der in nichts geringerem bestand, als darin, daßſie alle Klöſter zu Paris der Reihe nach in Brand ſteckenwollten. Mehrere von ihnen wurden verhaftet; einige Eng-länder waren darunter. Man weiß, daß der Herzog vonOrleans, in den letzten Zeiten vor der Revolution, seineganze Dienerschaft aus Engländern zusammen setzte. NurAusländer konnten ihn bedienen, wie er es wünschte. Einerdavon, den man auf der That ertappt hatte, wurde gehan-gen. Zwei große und starke Männer aus dem Volke nah-men zwei sich in der Mitte kreuzende Picken auf ihre Schul-tern; dies war der Galgen, an dem jener seinen Geist auf-gab.8