— 17 —würgenden Beschlüssen ihren Beifall gaben, gähnten undsich kaum auf ihren schlotternden Beinen, die paar Augen-blicke hindurch, aufrecht halten konnten. Drakon wußtees, welchen hohen Werth man im Areopag auf Menschenleben setzte. Dieser trefliche Mann hatte seine Gesetze sogenau nach dem Genie seines Volkes zu berechnen gewußt,daß man nie weniger von Todesstrafen hörte, als geradeunter seiner Staatsverwaltung.Moses, den man eben nicht als einen zu weichlichenGesetzgeber ansehen kann, hatte gleichwohl eine solche Ach-tung für Blut, und es lag ihm so sehr am Herzen, jeneszarte Mitleid in den Seelen seiner Landsleute zu bewah-ren und zu erhalten, daß er das schöne Gesetz gab, wel-ches gegen die unsrigen so gewaltig absticht: „Du sollstdas Lamm nicht vor den Augen seiner Muttererwürgen.“Man halte dieses Gesetz, voll des schönsten, seinstenGefühls, mit jenen schauderhaften Auftritten zusammen,welche am Fuß unserer Schaffote sich ereignet haben.Das Reich des Nationalkonvents hat einen Charaktervon Bosheit und Ruchlosigkeit, den man in einem so ho-hen Grade in der Geschichte keines einzigen Volkes an-trift. Ungeachtet der eifrigsten Forschungen, hat es unsnicht gelingen wollen, ein anderes Land aufzufinden, indem die Verbrechen so lange und so ungestraft begangenworden wären, als in Frankreich. Die dreißig Tyrannenvon Athen waren in dem Handwerk des Lasters nur Lehr-jungen gegen unsere siebenhundert und fünfzig Konvents-glieder. 6) Und man wird sich darüber nicht wundern,6) Auch ein Sylla zu Rom? ein Nadir Schach in Persien?Der Uebers.Prüdh. Irrth. in Bd.
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