Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
13
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13ßen, die Edeln und die Reichen schlossen sich zur Ausübungihrer Verbrechen an sie an; der gemeine Mann mußte sieum so mehr fürchten, ihr Einfluß wurde stärker und ent-scheidender.Die griechische Bühne, und nach ihrem Musterdas neuere Theater, haben sich die wildesten, schauderhafte-sten Süjets zu eigen gemacht. 5) Wie wenig Trauerspielegiebt es, in denen kein Blut fließt. Die Entwickelung desMuhammeds von Voltaire, damit ich eins anführe,ist für den Zuschauer gewiß sehr gefährlich. Oft sind Ehr-geitzige hingegangen, um, bei dieser Vorstellung, Unter-richt im Morde zu nehmen. Kann man auch wohl etwasunsittlicheres und unpolitischeres zum Besten geben, als einUngeheuer zugleich Staatsmann und Oberpriester, daseinen Vater durch seine eigenen Kinder ermorden läßt, dar-auf den Mörder vergiftet, und dessen Schwester so weittreibt, daß sie sich, auf der Leiche ihres Bruders, denDolch in die Brust stößt? dieser Anblick ist abschreckend,ist empörend, und in so ferne nicht gefährlich. Was aberdie bedeutendsten Folgen nach sich ziehen kann, ist diesesdie Einwohner von Medina sind bei jenem Vorfall aufdem Theater, sie werden durch Muhammeds religiöseGauckeleien hintergangen und klatschen dem Betrüger stür-mischen Beifall. Dieser kommt ungestraft davon und trium-5) Ein Wort zu seiner Zeit, auch für Deutschland; wo wilde, mord-lustige Ritter, niedrige, giftmischende Mönche u. s. w. in Schau-spielen und Romanen, leider! noch stets die Hauptrollen spielen.Aber freilich ist ihre Darstellung nicht immer so verführerisch, wiediejenige des Muhammeds von Voltaire.Der Uebers.