Druckschrift 
1 (1801)
Entstehung
Seite
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12ben! In diesem Falle muß man die Schuld nie dem großenHaufen beimessen, der freilich das alles geschehen ließ undes doch so leicht verhindern konnte; seine Führer allein sindstrafbar; über ihren Kopf muß die Nationalrache losbrechen.Das Volk ist nur zu bedauren. Die Religion hätte dieserNeigung zum Blutvergießen wirksame Mittel entgegenstellen sollen, und hätte es gekonnt. Aber ach! man mußes sagen, denn die Zeit des Schweigens ist vorüber;die Geschichte aller Länder lehrt es uns, daß frommeSchlachtereien, daß Menschenopfer lange vor den gerichtli-chen Ermordungen hergiengen. Hier ermordete man, ausübelverstandener Frömmigkeit, Greise; dort erwürgte manKinder. In allen Religionen, die christliche ausgenommen, und doch verdrehten ihre Diener sie oft eben dahin,wird Gott als ein finsteres, liebloses, eifersüchtiges, undrachgieriges Wesen geschildert. Die Menschen, so sagtendie Priester: sind in seinen Augen, wie die Ameisen. Denzufolge behandelte man unser Geschlecht gleich einem Amei-senhaufen, den der Fuß eines launischen Wanderers unbarm-herzig zerstört und zertritt. Unsere Druiden, welche zu-gleich Staatsmänner waren, ließen auf den Altären desGötzen Teutates, in weidenen Körben, diejenigen Gal-lier braten, welche ihre Absichten durchkreuzten. Wenn siedas Volk zu einem Kriegszuge bewegen wollten, so fingman damit an, die Götter aus den Eingeweiden eines ge-schlachteten Menschen zu befragen. Auf dem zuckenden,dampfenden Leichnam schwuren die Feldherrn Treue derNation, und das Heer setzte sich in Bewegung. Es ist klar,daß die Priester zuerst solche Blutscenen in Gang gebrachthaben. Sie sind es, die das böse Beispiel gaben, die Bild-säule der Freiheit mit Menschenblut zu färben. Die Gro-