— 6 —durch ihre Ungestraftheit, auf den Wagen des Sieges hin-aufschwangen. Der blinde Hause stürzte sich nach demBeispiele derer, die den Ton angaben, unter die blutbe-spritzten Räder dieses Wagens, und um ihn schneller überdie Leichenhügel hinrollen zu lassen, welche seinen Laufhemmten, spannte er sich gutwillig an die Deichsel des-selben.Es ist also wohl ein dreistes, ein gewagtes Unterneh-men, wenn man die Verbrechen freimüthig darstellen will,während ihre Urheber noch unter den Lebendigen wandeln?Gewiß! wenigstens war das bis jetzt der Fall. Denn wirsind die ersten, deren eiserner Griffel sich muthvoll damitbeschäftigt, ein solch trauriges Repertorium aller der Schand-thaten anzulegen, welcher die Bosheit unseres Geschlechtsfähig ist, wenn sie alles, alles wagen darf. Möge unserBeispiel Frucht tragen in den Seelen der Edeln; und Grau-sen erwecken in den Herzen derer, welche sich von fernherdazu rüsten, alle jene Gräuel wieder zu erneuern, die wirmit einem glühenden Eifer gegen die Schuldigen enthül-len wollen!Vielleicht aber ist das Beispiel schon hinlänglich, umder guten Sache der Menschheit den Sieg zu verschaffen.dann würden die Bösewichter, in ihrer Blöße dastehend,und von allen Seiten verfolgt, genöthigt werden, in ihreursprüngliche Nichtigkeit zurückzukehren. O die goldene Zeit!in welcher die Ausübung der gesellschaftlichen Tugendenmehr Vortheile mit sich führen wird, als die Fertigkeit imLaster. Wann wird endlich die Stunde kommen, in derdie Sterblichen sich davon überzeugen, daß es ihr höchstesInteresse ist, Menschen zu seyn, nicht bloß dem Namennach, sondern auch in der That!
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