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6,2,b (1882) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1681 bis 1712 : Herrschafts- und Schirmortsangelegenheiten, Beilagen, Anhang und Register
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eine Antwort geben, wofür Hilfe n»d Rath begehrt wird. Die Katholischen gestehen Landcid, Landrccht nnd ^frieden, versteht sich der Toggenburger Landfrieden. Dieser werde aber von den Evangelischen zu weit exte» ^die mit Singen und Andern: einhalten sollten bis zum Austrag des Streites und bis zur Erläuterung des 1»friedens selbst. . ,

Landcsarchiv Schwyz: Acten Toggcnburg. (Ong-)

223. 1708, 18. Januar. Rüdlingcr au Sckelmcistcr Rah» in Zürich. Verhandlungen deS toggcnburg't^Landraths. Um zur freien Rcligionsübung zu kommen, schlagen die Katholischen vor, man solle von t9e»^,zu Gemeinde reiten und da alle Streitigkeiten, religiöse und andere schlichten. Die Evangelischen entgegnen, es h»''sich jczt nur um die Religionsübung und um die Antwort au beide Stände. Die Katholischen verlange», ' ^solle nur bis zu Austrag in Kilchberg schonen und inzwischen den Landfrieden erläutern, oder nach dem

vor Schwyz und Glarus kehren. Die katholische Gemeinde zu Kirchberg werde sich zu dein Psalmcnsinge» " .verstehen; entweder müssen die Evangelische» nicht singen oder es von den Katholischen erzwingen; in diese»'^aber werde Kilchberg als eine Gegni nach Schwyz und Glarus Recht vorschlagen. Die Evangelischen bitte»,solle willfährig sein und ihre Glaubensgenossen nicht vergewaltigen und zwingen, daß die evangelischenzu Hilfe ausziehen. Wenn der katholische Landrath nicht Frieden verspreche, werde man die Sache vor die evang^Gemeinde» bringen. Erschrokcn versprechen dann jene, ihr Bestes zu thun und von dem Rcchtbictcn abz»!'

Staatsarchiv Zürich: Acic» Toggenburg. <Orig» ^

224. 1708, 20 Januar. Schwyz an Toggenburg. Mit Bedauern vernehme man, daß wegen Neuerung"Rcligionösachcn, besonders wegen des Psalmcnsingeus unter beiden Confcssionen eine gänzliche Trennung, i" ^Thätlichkeiten und Aufstände zu besorgen seien. Kraft des zu Schwyz geschworncn Landrcchtö werden dieburgcr mit Ernst gemahnt, alle Rcligionöncucrungcn bis zur Beendigung des Streits einzustellen. ^

Hicvo» wird gleichen Tags auch Glarus Kcnntniß gegeben, damit es erwäge, wie eine solche Spalt»»t>Schlimmen und es nicht billig sei, daß während des Streites ein Theil zu Beeinträchtigung des andernGebräuche Neuerungen vornehme, zumal wenn der widersagende Theil laut Landrccht Recht biete. Sei der ^streit einmal erledigt, dann habe man Zeit genug, dergleichen Anstände zu untersuche».

Staatsarchiv Zürich: Acten Toggcnburg. (Älarner Kopien.) — Staatsarchiv Lucern t Acten Toggenlmrg. (Schwyzer Abschrift^''

...

225. 1708, 24. Januar. Niklaus Nüdlinger an Sckelmcistcr Rahn in Zürich. Troz der Zusage ° . ...gnehmstcn Papisten scicir die Evangelischen in Kilchberg dllrch zuvor beschehcne Insolenzen von dein Psal»»'» ^abgeschrekt worden. Gleichzeitig haben Sekelmcister Wirth und zwei Lindere in Kirchberg und andern (ßc>»e

ja auch außer Landes ausgegeben, die Evangelischen wollen sie, die Katholischen, überfallen, sie hätte» >» ^steig das Zeughaus geleert, Munition und Waffen vcrtheilt u. s. w. Das Schreiben von Schwyz werde de» ^die freie Religionsübung wieder so viel schwerer machen, als sie durch das Schreiben beider Ständewerden; es sei fraglich, ob evangelisch Toggenburg in Rcligionssachcn von Schwyz je etwas Anderes alö de»gang zu erwarten habe. ,

Staatsarchiv Zürich: Acten Toggcnburg.

22<». 1708, 29. Januar, Luccrn. Der päpstliche Nuntius an Franz Anton Neding, bischöfliche»in Schwyz. Da sich dermalen die Protestanten im Vertrauen auf ihre Macht fast allerorts cmporzuschwi"^den katholischen Glauben zu gefährden suchen, habe der heilige Vater Papst Clemens XI. zur Rettung gflK

Christi aus den Händen der Profanen die Nuntiatur beauftragt, alle Mühe anzuwenden, daß das katholil ? .^c.als Söhne der Kirche zum Schuze von Frieden und Ruhe nach Kräften den Listen der Protestanten sich ^Der Nuntius vernehme nun, daß unter der Priestcrschaft in Schwyz Spaltung und Zerwürfnis» herrsche», ^ghfltauch dem Volk sich mittheilen könnten. Im Hinblik auf das, was in Toggcnburg durch die protestantisch'fortwährend gefördert, wegen der Zwietracht sich zum Verderbe» deö Vaterlands und des Glaubens ^tagtäglich anwachse, wo sehr viele vom katholischen Glauben abgefallen und nach abgeworfener Furcht ' ^dt»'allem Verbotenen in die Arme geworfen, wo redliche Leute geplagt und unzählbarer Schmach auögeflT^wo man in der Hoffnung auf größere Freiheit Streit und Händel angerichtet, habe der Nuntius, bevor '