1792
Thurgau.
Constanz lcztcs Jahr versprochen hatte, seine Zustimmung zu den Abmachungen alsbald dem kaiserlichenGesandten einzugeben, so geschah hievon doch nichts; es wird daher schriftlich eine kategorische Antwort aufdie leztjährigcn Schlußnahmcn verlangt und die Anwendung der ernstesten Mittel in Aussicht gestellt. Alsdarauf eine Abordnung von Constanz, jedoch ohne positive Antwort, eintraf, stellten die Deputirten der achtQuartiere das Gesuch, mit Constanz selbst noch einmal in Unterhandlung treten zu dürfen. Die Verhandlungenüber dergleichen Angelegenheiten stehen jedoch den Unterthancn nicht zu. Es werden darauf die Herren alt-Landanunann Püntincr und alt-Landammann Zwicki zu dem kaiserlichen Gesandten abgeordnet, um ihm dasVerhalten der Stadt Constanz vorstellig zu machen und ihn zu ersuchen, Constanz zur Einhaltung des Vertragsvon 1659 anzuhalten. Die Abgeordneten von Constanz brachten ihrerseits nichts Anderes als die bereitsleztcs Jahr erläuterten Beschwerden vor, waren aber ohne Crcditiv und Vollmacht, und verlangten zweiMonate Frist, um sich in der Sache allseitig orientircn zu können. Es wird endlich beschlossen, alle Klagenin einem Memorial zusammenzufassen und dem kaiserlichen Ambassador zu weiterer Beförderung mitzutheilen-Der Stadt Constanz selbst aber wird zugeschrieben, man bedauere die dortige geringe Neigung zur Beobachtungdes Zollvertragö; wenn demselben nicht sofort in allen Thcilcn nachgelebt werde, sei man entschlossen, znwirksamem Mitteln zu greifen und sich volle Schadloshaltung zu sichern durch Arrcstirung der Gefälle derHerrschaft Eggen. Absch. 71 l. 00. — 4!!5. Der Landvogt berichtet, Constanz suche offenbar unter allerleiVerwänden der Erledigung der seit sieben Jahren erhobenen Zollbcschwerdcn auszuweichen; der Umstand, daßConstanz dieses Jahr die Gefälle der Herrschast Eggen, welche früher erst gegen Weihnacht bezogen wurden,eilfertig jezt schon sammlc, veranlaßt ihn, Vcrhaltsbefehle einzuholen. Der Landvogt erhält darauf den Auf-trag, ohne Säumen eine dctaillirtc Erhebung zu machen über alle bisher gegen den Zollvcrtrag von 1656vorgekommenen Benachthciligungen, den Betrag dieses Schadens und die Gattung der Waarcn zn notircnund beförderlich einzugeben, damit die Unterthancn schadlos gehalten und die schon mehrfach angcrathcnc»Zwangsmittel vorgekehrt werden können. Absch. 729. m. — 4U1». (17ll). In Betreff des Zollstrcitcshatte der obcrösterreichische Regimcntsrath Pappuö die Orte zu einer Konferenz nach Constanz eingeladen,diese konnten sich jedoch dazu nicht verstehen und luden ihn nach Baden ein. Der kaiserliche Gesandte, de»man zu den dahcrigen Verhandlungen beiziehen wollte, erklärte, sich der Sache weiter nichts mehr anzunehmenund Pappus selbst bcharrte auf den Verhandlungen in Constanz und schlug zulezt Reichenau als Malstätttvor. Die acht Quartiere des Thurgau ersuchen, den Streit doch endlich einmal zum AuStrag zu bringe»und zur Vermeidung der großen Kosten eine allfällige Abordnung nach Constanz nicht zu zahlreich zu beschließe!»All' das wird aä i-skomneluin genommen; jedes Ort soll seine Entschließungen beförderlich an Zürich mittheilc»und zur Vermeidung der großen Kosten auf eine nicht zahlreiche Abordnung bedacht sein. Absch. 726. x.
Nidwaldcn gibt Kenntniß von der Zuschrift des Landvogtö über den Zollstrcit mit Constanz und diedarüber begehrte Gesandtschaft. Dic übrigen Orte haben darüber noch keine Schlußnahmc gefaßt. Absch. 739.
(1712). Gemäß den wiederholten Anträgen des Herrn Pappus, Landvogtcivcrwaltcr der HcrrschastBrcgcnz, treffen dic Abgeordneten zur gütlichen Beilegung des langjährigen Zollstreitcs zwischen Constanz «istder Landgrafschaft Thurgau den 14. Februar Abends zu Ermatingcn ein. Die Abgeordneten zeigen de>»Herrn Pappus in Reichenau ihre Ankunft an, der den Bericht zurükschikt, daß sie beim Ochsen in Reichen»»auf Morgen früh erwartet werden. Es finden nun Vorbesprechungen statt über den Vorsiz in der vorhabende»Confcrenz und das dahcrige Benehmen; vor Allem entschließen sich dic Gesandten zu einträchtigem Handel»/da nur so ein gedeihliches Abkommen möglich ist. Tags darauf kommen dic Abgeordneten in den Ochst»