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Ütten vnd Tugenden zeühet, erzeiget. Jedoch ist es (im Grund) ein natürliche Vnmöglichkeit vnd muck auch also gencnnc^tden, weil sie dem Menschen'), welcher von Natur vnd hicmst von seinem ersten Vrsprung har ein kindt des Zorns ist"),"uff ein solche weis anerbohren, daß er von derselben änderst nicht alls durch die Allmächtige Gnad des H. Geists, welcherdas Hertz deßselben verenderen mueß, erlediget werden mag.
") 2. Cor. IV, 6. ') 1. Cor. II, 14. ') Eph. II, 2.
XXII. Wir halten demnach gäntzlich darfür, es reden diejenigen nicht behuetsamm gnueg vnd zum theil gefahrlich,welche diße Vnmöglichkeit zu glauben moralisch oder sittlich nennen vnd nicht zugäben wöllcn, das; sie ein Natürliche Vn-"'sglichkeit geheißen werde, Vnd nach fehrners fürgäben, es könne der Mensch, er möge ietz in einem stand sein wie erbille, glauben, wann er nur wolle, vnd es feige der Glauben (an Christum), sie legen es ietz aufs dise oder andere weis"us, in dem Gewallt deß Menschen: da doch der H. Apostel den selbigen mit so außtruckhcnlichcn Worten") eine gaabRottes heißet.
°) EPH. II. S.
XXIII. Gott der gerächte Nichter hat fehrners den Menschen grächt zusprechen verheißen auf zweierley wäg, eint-boders durch seine eigne Werckh in dem gesatz, oder durch die zugerechnete Ghorsamme vnd Grächtigkeit Christi alls eines^on Gott verordneten) Bürgen, welche dem, der da glaubt, aus Gnaden geschenckhet wird in dem H. Evangclio. Ans'enne weise zwahren solle gerechtfertiget werden der Mensch in dem Stand der Vnschuld, aufs diese aber wird gerechtfertigt
welcher durch die sünd verderbt worden. Nach diser zweyfachcn weise der Gerächtfcrtigung nun wirbt vns auch inH- Schrifft angezeigt mehr nicht alls ein zwcyfacher Bundt, nammlich ein Bundt der wcrckhen, welchen Gott der Herr mitUnserem ersten Vatter Adam vnd in ihme mit allen seinen nachkommenden auffgerichtet hat, welcher aber durch die sünd^sftloß worden, Vnd dann auch ein Bundt der Gnaden, welchen er mit den außerwehltcn in Christo dem andern AdamZugegangen, welcher auch ewig vnd hiemit keiner Hinfelligkeit (alls wie der erste) vnderworffen ist.
XXIV. Nun diser andere Bundt der Gnaden hat nach ungleicher Beschaffenheit der Zeichen auch ungleiche Verwalt-ungen. Dann wann der H. Apostel') einer Verwalltung in der erfüllung der Zeiten, das ist in der Zeith (des NeüwcnTestaments), gedcnckhet, so deütet er eben darmit aufs eine andere Verwalltung, welche der bcstimbten Zeith (deß NcuwenTestaments) vorhar gegangen. Nun in der Zeit diser Heyden Vcrwalltungen deß Göttlichen Gnadenbundts sind alle auß-^ehlte Gottes änderst nicht Hey! vnd seelig worden alls durchs) den Engel deß Angesichts (Gottes)rr), durch das LambGeltes, welches von der Grundlegung der wellt an geschlachtet worden, welches der Herr Jesus Christus ist, durch die Er-^uutnuß des; grächten kncchts vnd den (säligmachendcn) Glauben an Ihn wie auch den Vatter vnd Heyligen Geist. Dann^ Herr Christus ist') gestern vndt heüt eben derselbige vnd in Ewigkeit, vndt') durch sein Gnad glauben wir scelig zu^rden gleichwie auch Sie die Vätter deß Allten Testaments. Es gellten auch in beiden Testamenten nachfolgende außsprüchoß Worts Gottes"): „Wol denen, die aufs Ihn den Sohn Gottes verträumen": Vnd°): „wer in Ihn (den Sohn Gottes)^"ubet, der wirdt nicht gerichtet, wer aber nicht glaubet, der ist schon gerichtet" : Vnd widerum'"): „glaubet ihr in Gott (den
"^er), so glaubend auch in mich". Wann nun die H. Vätter deß allten Testaments an den Herren Christum alls ihren^löser geglaubt haben, so folget hiemit, das sie auch geglaubt haben an den H. Geist"). Vnd zwahren sind in beiden^stammten dises glaubens der H. Vätteren wie auch der Nothwendigkeit desselben zu ihrer Tätigkeit so vil gantz klahrc^eißthumme, daß sie niemandem alls nur demjenigen, der sie muethwillig nicht müssen will, verborgen sein mögen. Vnd°b>vol dise Heilsamme erkantnus Christi vnd der gantzen Hochheiligen Dreyeinigkcit nach Bewandtnuß der selbigen Zeith^ etwas mehrcr Beschwehrd, alls nun in dem Noüwen Testament geschicht, nicht nur auß der (göttlichen) Verheyßung,auch auß mancherlei schattichten fürbildern vnd duncklen redensarten geschöpfft werden müeßen, so ist sie dennocht^"hrhafft vnd nach der damahligen göttlichen Offcnbahrung den außerwehltcn beides zur erlangung ihrer Säligkeit durch^ Gnad Gottes vnd zu dem Trost ihrer Gwüsscn gnuegsam gewäßen.
') Eph. I, 10. y Jes. I.XIII. 9. Apoc. XIII, g. -) Hebr. XIII, 8. ') Act. XV, 8. ") Ps. IV, 12.
°) Joh. III, 18. ") Joh. XIV, 1. °) 1. Cor. XII, 3.
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