1783
33. Am 16. Februar (k»»-a emckemma maskis) 1656 schreibt die solothurnischc Deputat-^ aus Baden an ihre Obern u. a.: „Der Stillstand!, wiewol mit großer müehe, ist von den Parthcyen^ Sontag abent Sechs Vhrcn begehrt, doch nit völlig erhalten. Man kan bcy so gestalten fachen nichts eigentlich«och erfahren, Ob Interim der Project (des friedens) oder dessen mockisioatioii möge plaeickirt oder vcrworffen^ttden; jst vns sicherlich leidt, daß E. G. kein beßere oder versicherte Zeitung Deswegen überschreiben können; es muß^ biß morgen die Handlung zum endt gebracht oder zerschlagen werden. Die H. Ehrengesandten löbl. Statt Lucern" en nach mittag mit vns ü parte auch in bestem Vertrawen ecmkerirt, beklagen sich hoch ab der Ländern halstarrigkeit,^iche schlechten uppetit zum friden vnd zum Krieg größern Lust haben, nicht betrachtende den Vortheil, dardurch die Ca-°'wi dißmalen mit roputatiou vnd Ehren aus der fach kommen vnd den Protestierenden einen zimblichen Nachklang""ffburden können." — Ferner heißt es in diesem Schreiben: „H. Uarcm cko tlros?, welcher vns exprossö in sein, inent beruffen lassen, hat mit einem weitleüffigen Discurs Ihrer Königl. Durchl. bcmevolentz gegen dem Cathol. Standt^""ßgestrichen vnd versichert, wo die Protestierenden den Friden ausschlagen, daß Ihr Durchlt. alle hülff an Polck schiken,noch lieber sehen wollen, wan die Eidtgnossen die Waffen niderlegen vnd Ihre ckitkorontion ohne weitcrs blutver-chißen außtragen thäten. Vnser H. Ambassador handelt bis dato mit schlechtem nutz, sonder scheint, daß die orth mehr' erivillen als satislaotion haben, auch Ihme schlechten Dank wissen. Er ist noch nit weder vor den Schidorthen nochöffentlicher Session erschiunen vnd soll sein vorhabende Präposition anders nichts alß complimenten sein; were beßcrangenehmer, wan Er denjenigen Orthcn, so die Pündtnuß eingangen, mit dem vollen Seckel alß lähren Wortten zu-"be; es ist aber jens bey Ihm ein hartter Zahn vnd bis lctst by der andern ein schlechter Dankpsenning."
(Kantonsarchiv Solothurn, Actenband: Thurgauischc Friedenshandlung cko 1656).
. 34, Am 17. Februar (10 Uhr in der Nacht) schreiben die Solothurner Gesandten,^'Friedrich Stocker und Stadtschrciber Franz Hafner, an ihre Obern von Baden aus:Handlung hat sich von morgen an biß nach mittag gegen Eins verzogen; vmb 3 Vhren sindt wir abermaln inSession gangen vnd starck gearbeitet, die in der cluplio befindende ckisoropanß zuuergleichen. Alß aber wir den 5vnßcre der Vninteressierten Meinung vnd erleüterung widerumb vortragen vnd sie von des gemeinen besten wegen^^egenlich pjitcn lassen, die Sach nit allzuhoch zu spannen, sondern dem gegenthcil, welcher in andern Puncten zu cedirn, ""geneigt seye, auch etwas nachzusehen, Insonderheit, wo man des Punctens mit ncmmung des Rechten vermög vnßers'"gen Projects des einen wurde, Zürich vnd Bern den Freyzug nachgeben, die Pölcker liooueirn vnd absüehren, diegenommene Pläz, Örther ic. völlig rostituirn, ja sich dahin verstehen wollen, alle übrige Puncten durch die NockiutorosAltern zu laßen. Es sindt aber (außerhalb Luccrn, so gantz mockerat in aller Verhandlung) bey dißcn leüten die Ver»ffl vnd bescheidenheit kein plaz vnd haben alßo für dißen abent mit Vnwillen auch vnuerrichter sach abziehen müeßcn.^ wolle Ihnen durch die Nacht beßere oonsilia eingeben vnd nit gestatten, daß der friden, welcher albereit weit gebracht,Zuschlagen werde. Ich glaube schwehrlich, daß man zu einer andern Zeit mit mehrer reputation als ich dene" von den Protestierenden erhalten, villicht aber Gott erzürnen könnte, das Glückrad vmbzuwcnden, so derselb gnedigst"hüetcn geruhe. (Kantonsarchiv Solothurn, Thurgauische Friedenshandlung cko 1656).
^35. Am 18. Februar (3. a. K.) schreibt Bern an Basel: Wir sind in den gutten zuversichtlichen»e gestanden, es wurdind die obhandenen Fridenstractaten vmb wideraufricht- vnd crhaltung dcß erwünschten rhuw-^ vnsers Allgemeinen wärten Lieben Vatterlandts nach vnserer eüßerst obgefaßten Begird vnd obgelegnen guttmütigengung Auen solchen Lttoot vnd nachtruk mit sich gebracht haben, daß alle weitere gefärligkeiten vß dem weg geraumbtWd. Wann aber wir vß deß gcgentheils vilsaltigcm aufzeüchen vnd allerhand gefarlichem Beginnen klarlich abnemmenlisu^' ^ dcmsclbigen zu einichem friden nit ernst, sonders in dem vnzweifenlichen Vorhaben begryffen sey, nach müg>ilis ^>ngen Iren eüßcrsten Vorthcil zesuechen, sich dcßselbigen zu vnßer vnd dcß allgemeinen Evangelischen Wesens^ ^ feindtseliger mehreren Beschimpf- vnd gwalthätiger angreiffung mit aller macht zegebrauchen, Alß habend wir bey^stellten Dingen üch vnser G. L. E. vnd R. vermög vnd in trafst der zusammenhabenden Pündten hiemit bey üwercn^ vnd Eyden ansinnen vnd ermahnen wöllen, Maßen wir üch hiemit in bester Form vnd krafft biß Briefs ansinnen