1772
Orthen noch katholische gewesen oder werden wöllen, jhnen solches zugelassen vnd die Einkommen nach Marckzal dem En-tholischen Pfarherren zum Theil kommen sollen, haben sich jedoch die Newglaubigen durch Vorschub dero von Zürich so ^vermehrt, daji, wie sie selbsten bekennen, dero anjetz etlich IVO» Mann mehr als der katholischen seind.
Zu welchem Endt die von Zürich sich jhrer newen Glaubens Verwandten nit allein eyferig angenommen vnndthcylich gemacht haben, sondern auch mit erstattung Vnkostens vnd sonst allem Vorschub beygesprungen seind vnd osfent ;Landtsfridcnbrüchige, so katholische Grichtsherren vnd Kirchen überfallen vnd andere G walthaten wider die katholische »erübt, verthädiget, Letstlich auch, da sie in dem Schwedischen Teutschen Krieg die Gelegenheit ersehen, die 5 katholische Orwider alles alte Herkommen, Pündt- vndt Landtssriden jhrer Stimm vnd ^urlieatur beraubet, auß 5 Stimmen eine gemahaben zc., So alles zu Ruin der katholischen angesehen gewesen vnd kein katholischer in ReligionsSachen mehr zum Reckte»hat kommen können, Ob er gleich aller katholischen Orthen Stimmen erhalten ; Wie sie dann auch wider alles altekommen jhren besonderen Schreibern in den Tagsatzungen eintringen wollen, zugeschweigen, was sie für Fünd gesucht. w>esie die Bistumb, Stiffter vnd Klöster vmb ihre Vnderthanen, Leibeigenschafft, Kirchensatz, Zins vnd Zehenden bringen könne»,neben anderen vnzalbaren Fünden, Listen, Gewalthaten mehr.
Ist auch männigklich bekannt vnnd in frischem Angedenken, wie trew sie die Pündt an den katholischen Orthen,ainigung gegen dem Hochlöbl. Haus; Oesterreich w., Wahrheit gegen der Statt Costantz gehalten, da sie in dem 1633.dem Gustaw Horn vnnd seiner Armee zu Stein am Rhein, vnbegrüßt vnnd unwissend der katholischen init -Regie»o»t»'"Orthen, aufs- vnnd durch den Thurgewischen Boden den Paß aufs die Statt Costantz geben vnd ihme allen Vorschub ^than, Damit sie nach Vbergang selbiger Statt nitt allein sich des; Thurgews auch dazumahlcn bemächtigen, sonder auch 'katholischen Orth vnder jhren Gewalt bringen können. Hinzwischen aber, da sie dise falsche, Vneydgnossisch, unredlichtigucn gespilt, haben sie dergleichen gethan, als wann sie die wahre vnd allerbeste Eydgnosten der S katholischen »'^^gierenden Orthen vnd Freund der Statt Costantz weren, vnnd so in gemeinen Tagsatzungen als sonsten die Katholische ^vnd Stat Costantz vilsältig versichert vnd mit falschem Versprechen arglistig, auch mit Zuziehung anderer Orthen,wegen vnd nötigen wöllen, daß selbige jhre Schanz vnd Vorwerck Turgewischer Seyten widerumb schleissen vnnd sich "zu jhrem vnd der Schwedischen vngezweifelten Raub entwören sollen; Welcher Streit jhnen auch schier gerathc»In demc der Feind ehender vor der Statt Costanz aufs dem Turgewischen Boden gesehen worden, als man wissendas; er zu Stein vbcr den Rhein gelassen worden seye. Warauff die erschräckenliche Belägerung bemelter Statt ab ^Turgewischen Boden mit grosser Blutvergiessung vnd unsäglichen Kosten vnd Schaden erfolget, die Geist-, Weibs- vndpersohnen auß den Klöstern vertriben, die katholische Vnderthanen hoch betrengt, bevorderst aber die katholische Ortdero Verwanten in großem Vncosten vnd Gefähr kommen; Denen aber hinzwischen die Zürcher mit ihren Anhänger»^allein durch die Finger gelacht, sonder auch dem Feind alle mögliche Hilst geleistet haben; Andere vilfältige V»E>)dgfische Gewalthätigkeiten vnd Durchzug durch dero von Schweiß Landschasft kürze halben nit zuvermelden, ^
Nach deme nun die von Zürich besagtermassen schier gantz Turgew nach vnd nach jhrem Glauben anhängigvnd die katholische Orth jhrer hergebrachten ^uckieatui- wider die geschwvrne Pündt vndt Landtssriden beraubet, habe» ^sich an den Ersten Puncten deß Landtsfridcns gewagt vnd vnderstanden, den Fuß jhres newen Glaubens sog»»
eigen Gebieth vnnd Land der 5 katholischen Orthen zusetzen, Auß welchem dann Hauptsächlich diser Krieg sei»genommen. Ist derohalben zuwüsten, daß die 5 katholische Orth, nach deme sie durch die gerechte Hand Gottes ^1531 wider die von Zürich, Bern vnd jhre Anhänger den Sig vnd den rechten Wahren Vngezwcifseltcndaß ist katholischen, Glauben in jhren eignen Stätt vnd Landen erhalten vnd aufs Bitt dero von Zürich der alljK'
Frid ist aufsgericht worden, damit sie nicht widerumb in solche Gefahr deß katholischen Glaubens halben >"kommen möchten, in jhren jährlichen Gemainden einen leiblichen Ayd geschworen, Key der Wahren Katholische"zuverbleiben; Welcher aber darvon absallen wurde für ein abtrinnigen von dem Wahren vngezweifelten Christliche" ^vnd also für einen Ilivrotieum, so von Christlichen je wollen hero zu Deutsch einen Ketzer heistet, gehalten vnd ""
Kays. Rechten an Leib vnd Gut gestrafft haben.
Es haben aber vor etlich wenig Jahren sich zu Arth in dero von Schweiß eigenem Landt etlichesöhnen eräugnen lassen, welcher ein Theil die Oberkeit zu Schweiß in verhafft genommen vnd der Sachen fleisig "^3