März und April 1653. 155
^olothurner bei der Klus gelagert; um Aarau sammle sich das Volk, um die basel'sche Mannschaft fernG halten; die Vögte von Aarburg und Aarwangen besorgen einen Ucberfall und verlangen Verstärkung.
w Gesandtschaft wurde um ihre Ansicht gefragt, was unter diesen Umständen zn thun sei, und dannwmdc sie eingeladen, an der Rathösizung Thcil zu nehmen, und dnrch sechs Herren in das Rathhaus^ öcholt. Ihr Antrag erhielt die Zustimmung, daß nämlich ein Thcil der Gesandtschaft sich nach AarburgGM und auch andere unruhige Gemeinden dahin einladen soll, um sie zu Niedcrlcgung der WaffenG bereden. Waser, Falk und Schobinger blieben in Bern zunick, ebenso Statthalter Dictzi, welcher baldGG)her als Gesandter von Appenzell Außer-Rhoden anlangte.*) «I. Desselben Tages noch reisetcn Hirzel,Meher und Substitut Schmid ab und ihnen folgten von Bern die Herren von Bonstetten undGrafenried, Mitglieder des Raths.
Den Abgeordneten gieng folgende Einladung voraus:
„Wir von den Evangelischen Stätten vnd Orthen, auch zugcwantcn loblicher Eidgenoschafft, Nämlich Zürich, Glarus,e, Schaffhußen, Appenzell vnd St. Gallen, vß Beuelch vnd gemalt vnsercr allersyts gnediger Herren vnd Oberen biss-en allhie jnn Löblicher Statt Bern anweszende Abgesandte, Entbietend den Ehrsaminen vnseren Lieben, besonderen vnd^ s" Fründen, den Vßgezognen Vßschüssen der Graffschafft Lenzburg vnd Ihren mithasften vmb Aarauw ersampt oder wo"w befänden möchten, vnßeren geneigten Fründt-Eidtgnößischen günstigen willen vnd grüß zuvor, Vnd darby zeuernemmen,Ctat^^ ^ Vedurcn fürkommen, was; Massen Ihr vß anlas; etwas von vnßeren gcthrüwcn Lieben Eidtgnossen LoblicherAch G Arauw ankommncn Kricgsvolk zue wehren gegriffen; wellchs ein fach, wordurch Ihr sich selbß vnd gemeinenvnd^ ^^r-Landt Bald vil Vnheils verursachen möchtcnd. Wann dann Vnß üwcr aller vnd deß gantzen Landts Heillvolfart Hcrtzlich angelegen ist vnd syn soll, Als; haben wir üch gantz guthertziger vnd günstiger wolmeinung HiemitWen vnd ernstlich ermahnen wollen, kein mißtrauwen nit zu saßen, sonder die wehr vnd Waffen vnverzogenlich nidcr zuen, einen außschuß aus euch zu machen vnd denselben auf morndrigen tag, geliebts Gott, bei vns in der Statt Arburglassen, unserer gnadigen Herren vnd Oberen wolmcinungen gebürlich zu vernemmen, welche weil sie zu cwcrenbe.z Vaterlandts wvlfart vnd bestem gerichtet ist, so versehend wir Vns, ihr*werdct zu der erscheinung gutwillig vndsein, auch gedachte ewere ausschüß mit allen erforderlichen befehl vnd gcwalt abfertigen. Zu vrkund mit vnscrs° len mitgesandten Herrn Hans Heinrichen Wasers, Bürgermeisters von Zürich, einßigel verschlossen. So beschen ist""tags den 20. Meißen 1053."
Zur Berathuug der den Abgeordneten mitzugebenden Instruction wurde auch Waser beigezogen,^uer gab her „Gwclböschrhber" des Großen Raths, Hanö Leonhard Engel, der Gcsandschaft Bericht^ die bernischen Rcchtsamen im Emmcnthal. Nachher theilte der Stadtschreibcr das Project der Beschlüssewelche über die vielen Beschwerden der Landschaft beantragt wurden und welche mit Ausnahme vicl-' des den Salzverkauf betreffenden Punktes das Volk zufrieden zu stellen geeignet schienen, v. Im'Präge des französischen AmbassadorS anerbot auch Herr Baron seine Dienste. Bei einem Besuche, denbei Burgermeister Waser machte, stellte er nicht in Abrede, daß der Ambassador im
) "Sonsten ist man InnSgemcin sehr entrüstet wider die puren vnd vernemmen wir grundtlich, wann Herr Schultheiß Dachsel-Prr dißnralcn unpäßlich) nit geweßcn vnd zn allem glükh vwcr V. G. H. Schrybcn, darjnn Ihr Sy mit gntcn gründen^nr gütigkcit vermanet, nit jn Raht vnd Bürger hngelangt wcre, so heile es ein scharpsfe resolutlon geben mögen, die Emmen-önlcr zeüberziehen. Die HilffSvölker sind schon ein thcil anderthalbstnnd nach bh der Statt geweßcn, aber wider zcruk gcinannetwerden, Ligent anieht zwüschen hie vnd Lusanne, Sollend mit den Hicßigcn jn» 8000 vss den süßen syn. Hie aber sind nuröstlen mann vß den Grafsschasstcn Nidouw, Büren, Arberg vnd Erlach, wie auch von welschen Ncüwcnburg vnd Biel.
sind in die Burgcrhüßer vßgctheilt vnd wird jhncn das Lommis» gegeben vnd der vß dem von den puren selbst zusammenRschoßne» Reihgelt genommen." Schreiben Waserö und HirzclS nach Zürich vom 10. März (alt. äial.).