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[3] (1909) Minnelieder und Sprüche : Übertragungen aus deutschen Minnesängern des XII. bis XIV. Jahrhunderts
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spiel, dorn und hof t gebet und lied entsprossen.Sie trieb freilich die vollste glut dieser bluten nichtzur gleichen stunde, sondern streute sie überdie sommer der Jahrhunderte hin, und als derglaube seit der mitte des dreizehnten Jahrhun-derts die reichsten safte in sich trank, und dietiefe pracht der Mystischen Rose wirkte, zehrteder Minnesang schon vom erbe der väter odersuchte wie im bäuerischen liebeslied durch dienutzlose ausdehnung des erfahrungsstoffeseine scheinbare frische. Viele der sprach-formen, welche die frühen meister geschaffenhatten, waren zu stehenden bildern geworden,die noch lebendigen gefühle suchten ihrenausdruck in der feineren abwandlung, derverwickeiteren Zusammensetzung entlehnterformen, und nur zuweilen, wenn starke herzen,wieReinmarvonZweter, Konrad von Würz-burg oder der Wilde Alexander, das feste erznoch einmal umzuschmelzen und mit derspeise ihrer zeit zu mischen vermochten, ge-lang noch ein eigenes werk: die vielfältigeVerflechtung wurde zur schönen phantastikder spätgotischen zeit, und wie aus der durch-gewachsenen rose< Goethes drangen aus dem