Druckschrift 
5,2,b (1875) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1618 bis 1648 : Herrschafts- und Schirmortsangelegenheiten, Beilagen, Anhang und Register
Entstehung
Seite
2276
Einzelbild herunterladen
 

2276

19, Wettstein bittet den Kaiser, dieses Decret dem Kammergerichte beförderlichst mitzutheilen und Baselnebst den übrigen eidgenössischen Orten vor den Processen des Kammergerichtes sicher zu stellen, I»Folge dises Schreibens erläßt der Kaiser folgende Erklärung -,

Ferdinand der dritte von Gottes Gnaden erwöhlter Römischer Kayser, zu allen Zeichen Mehrerdes Reichs, in Germanien, zu Hungarn, Böheim, Dalmatien, Croatien und Sclavonien :c. König,Ertzhertzog zu Oesterreich, Hertzog zu Burgund, zu Brabant, zu Steyr, zu Kärndten, zu Krain, Z»Lützemburg, zu Württenberg, Ober und Nider Schlesien, Fürst in Schwaben, Margrafs des Heilige»Römischen Reichs, zu Burguv, zu Mähren, Ober und Nider, Gefürster Grafs zu Habspurg, zu Tyrol,zu Pfirt, zu Kyburg und zu Görtz, Landtgrasf iin Elsaß, Herr uff der Windischcn Marckh, zu Partenaeund zu Salins, thun kundt hiemit, menglichem zu müssen fücgent, nachdem uns in Nammen der StallBasel, auch gemeiner 13 Orthen der Eidtgnoschafft Rudolfs Weitstem, Burgermeister daselbs zu Basel,zu erkennen geben und geclagt, wie daß unser und des Heiligen Reichs Cammergricht zu Speir widerieztgemelte Statt Basel und dero Burgerschafft mit scharpffen Prcssuren und angelegten Processen ver-fahren, und uns darnebent pro (Isolarntiems ihres freyen, ußgezognen Stands dergestalt gebctten, lvdarby fürbaß nicht allein rüehig und unturbirt bleiben zu lassen, sondern auch ietzgcmeltcm Unsen»Eammergricht Römischer Keyserlicher Aiayestät Bolkommcnheit zu gebieten und zu befehlen, d>ewider gemelte Statt Basel gcfüehrte Proceß gäntzlich zu cassiern und abzustellen, auch besagtein kl»'serem Keyserlichcm Cainmergricht ernstlich ufzulegcn, daß dassclb weder setz noch künfftig, undcr w»eSchein und Porwand das auch immer zugchen oder geschehen möchte, wider sie noch übrige Orth dergesambten Eidtgnoschafft dergleichen vorzunemmen und zu versuchen nit mehr undcrfangen sölle.

Wann wir dann befinden, daß besagte gemeine >3 Orth der Eidtgnoschafft nun so vil lange Ztzlhund Jahr in pnssussinn« vsl «zun«! eines freyen und ußgezognen Stands gewesen, inmaaßen Wir da»»anfangs gemeltem Burgermeister Rudolfs Weitstem noch under dato Wien den sechszehenden May d>llJahrs unser Keyserlich Eremptions Decret darüber ußhändigcn und zustellen lassen, als erklären ^>rhiemit und in Crafft diß, daß mchrgemelte dreizehen Orth der Eidtgnoschafft bei discr irer Exemptn»'und freyem ußgezognem Staudt fürbaß sein und bleiben und darwider von niemand beschwehrt werde»'jedoch daß, gleich wie die Statt Basel und gemeine Eidtgnoschafft, wann sy sich by unß und des hell'gen Reichs Cuhrfürsten und Ständen umb schleunige Administration Rechtens beworben, dasselbeiederzeith erlangt haben, also hinwiderumb sye unseren und des heiligen Reichs Ständen und Und«"'thanen auf begebende Fälle fürderlich Recht widerfahren lassen, auch alle gute nachbarliche Perstansnuß zu erhalten sich beflyssen sollen^ und gebieten solchem nach allen und jeden Cuhrfürsten, Fürst''''und Ständen des Reichs, sye wollen obgemelte gesambte Eidtgnoschafft und dorunder auch dieBasel by unser Keyserlichcn Excmptionsdeclaration rüehig und unangefochten verbleiben lassen, diescl^darwider in keinerlei Weiß beschweren noch bctrücbcn, als lieb einem icdcn ist unsere und des heiligtReichs schwere Ungnad, und darzu ein Pönn von fünffzig Riarckh lötigs Golds zu vermeiden, diejeder so offt er darwider thctte, uns halb in unser und des heiligen Reichs Kayserl. Cammer und dc»anderen halben Thcil obgcmelter gesambter Eidtgnoschafft, wie auch der Statt Basel zu bezalen vr'fallen syn sölle. Das meinen Wir erntstlich mit Urkhundt diß Briefs, bcsiglet mit unsere», Kcyst^lichen uffgetruckten Secrct Jnsigel, der gäben ist uff unserem Königlichen Schloß zn Prag den P"'"und zwantzigstcn Novcmbris, Anno sechzchenhundcrt sibcn und viertzig, unserer Reiche, des Röm's^im eylfften, des Hungarischen im zwei und zwantzigsten und des Böheimischen iin ein und zwantzig»^

Ferdinand.