1647. 1431
>nacht sich anheischig, ihre Gewahrsame und Nechtsame vorzulegen, wenn die Gegenpartei der gütlichenoder rechtlichen Entscheidung sich unterwerfen wolle, mit der Bitte, sie bei der Freiheit ihrer Religivns-übnng zu schützen. Daß die vorgewendeten alten Satzungen von 1526 von acht Katholischen errichtet wor-den seien, sei schwer zu glauben, weil sie stracks der katholischen Lehre und ihrem Gewissen zuwiderlaufen -übrigens seien sie niemals beobachtet worden. Darauf erwidern die Evangelischen, daß dicfe SatzungenMehrmals von apostolischen Legaten und von Bischöfen bestätigt worden seien, so daß also die Neuerungenbon den Katholischen gegen sie ausgegangen seien. Die Gesandten anerbieten sich nun, ihre Documente,Briefe und Siegel anzuhören und daraufhin ihre Meinung und ihr Gutdünken zu eröffnen. Der Ausschußder Katholischen nimmt dieses Anerbieten in Verdank und bespricht sich mit seinen Committenten. DerAusschuß der Evangelischen spricht darauf die Hoffnung aus, daß sie durch Vorlegung ihrer DocumenteZu den Rechten wieder gelangen werden, die ihnen während der „Kriegseinpörnngen" geraubt worden seien.Er beschwert sich ferner darüber, daß die Katholischen sich unterfangen in den Ehesachen zu tractieren, daßÜe den Gregorianischen Kalender einführen, was ihnen wegen der Feiertage große Ungelegenheiten verur-sache, daß sie ihnen seit einiger Zeit das Begräbniß verweigern, woran die fremden eingeführten Priesterschuld seien. Nachdem die Katholischen sich auch erklärt haben, daß sie den Gesandten gütlich oder rechtlich dieTache zu entscheiden übergeben wollen, erklären die Evangelischen, daß sie, obgleich sie zwar keinen Befehl haben,^u Bnndesbricf und ihre alten Satzungen weder zu gütlichem, noch zu rechtlichem Spruch denselben zuüberlassen, doch geneigt seien, der Gesandten Meinung sich zu fügen. Sie fahren nun fort ihre fernern Be-schwerden zu eröffnen. Bis 1626 hätten sie die Kirchen zu St. Maria, zu ^talla und zu „Samignone"l^ainagniun, Samnann?) ruhig besessen und seien durch fremde Massen gezwungen morden, ein VerkommnißZuzugehen, dem aber die Katholiken durch Vermehrung der Altäre zuwidergehandelt hätten; ja sie hätten ihnensagar den freien Ingang zur Ausübung ihres Gottesdienstes gesperrt. Sie verlangen die Restitution dieserKirchen nach alter Observanz, und zwar daß die Neligionsgenosscn, um sie die Mehrzahl bilden, daselbst""ch die Ausübung ihres Gottesdienstes allein und ungehindert haben sollen. Sie beschweren sich ferner,^ß die Katholischen sich in Ehesachen einmischen und die Eheleute gemischter Ehen zu Bett und Tisch scheiden;
sie unkatbvlischen Personen das Begräbniß verweigert' ihnen die Glocken zu läuten nicht gestattet haben""d. da, wo die Evangelischeil das Mehr haben, den freien Gottesdienst ihnen nicht haben zulassen wollen,^rch die Einführung der Capncincr hätten sie die Verträge zu vernichte.: gesucht und wollten die Klöster,'""che ihre Vorfahren abgeschafft, und deren Vermögen für die Schulen und andere Zwecke verwendet wor-sei, wieder in den alten Stand setzen; die Priester entzögen stch der weltlichen Obrigkeit und suchtenüch wieder in den Besitz ihrer frühern Rechte zu setzen. Endlich beschweren ste stch, daß zu Muhle, wo eine"uzige protestantische Haushaltung und Wirthschaft sei, die Katholischen derselben verbieten, fremden Dnrchrei-an verbotenen Tagen Fleisch zu geben. Die Katholischen erwidern, daß sie nichts Anderes wünschen, als^ den die genannten drei Kirchen betreffenden Verträgen zu bleiben, die ste vorlegen wollten, wen., der>'.Partet belieben wolle, die endliche gütliche Decision der Gesandten anzunehmen. Durch die Vertrei-bung der Capuciner müßte manche Seele ohne Seelsorger bleiben, da die Einkommen an manchen Orten''icht hinreichten, einen Priester zu erhalten. Bis 1610 seien die alten Satzungen gehalten von da an aber""W .vorden Ii. Mühle sei jenes- Verbot erlassen worden, weil ,-nst die tatholischen W.rthe in Nach-H-U gekommen wären. - Die Gesandten machen nun mehrere Vorschläge zu Mner Vereinbarung, welcheb"d von den einen bald von den andern Gesandten nicht gebilligt werden. Die evangeliichen Gesandten