772 September 1633.
fernerer Consequenzen und damit die Unterthanen dieser Last entledigt werden, haben sie Befehl, gütlicheMittel ausfindig zu machen, wie der Sache am besten abgeholfen werden könne, nicht aber wider eine solcheMacht Gewalt anzuwenden, weil solches sehr bedenklich erscheine und die Schwedischen diese Lande nicht alsFeinde betreten hätten. Sie zweifeln nicht, daß in dieser Sache durch die Autorität des Königs und dieJnterposition des Herzogs von Nohan, sowie der Eidgenossen ein guter Vergleich zu Stande komme»könne. — Die Gesandten der fünf katholischen Orte lassen sich vernehmen, dieser Einbruch sei ihren Herr»»und Obern ganz schmerzlich und höchst verwunderlich vorgekommen, zumal dergleichen Affrom, Unbill u»dSchmach der Eidgenossenschaft seit ihrem Bestehen niemals begegnet sei und kein Potentat so vermessen m'dfrech gewesen sei, sie auf solche Weise anzugreisen. Sie hätten sich auch versehen, daß die erklärte Neutrmlität, welche man bisher wohl beobachtet habe, auf der andern Seite besser würde gehalten werden. Abg^sehen von den Jnsolentien, Plünderungen und andern Exorbitanzen, welche wider die gegebene Parole a»verschiedenen Orten, oberhalb und unterhalb Constanz, auch anderswo im Thurgau verübt wordeil scic»'fei jetzt, da die spanische und österreichische Macht sich in großer Anzahl den eidgenössischen Landen nähere,der Weg gebahnt, daß der Krieg in dieselben hinübergcspielt werde, es wäre denn, daß man bei Zeiten ei»'schreite und das Hornischc Volk entferne. Ob man alsdann stark genug sei, eine so große Macht abz»'treiben, da bezweifelt werde, daß man der jetzigeil gewachsen sei, das, und was für Unheil auf das Vatersfallen möchte, könne jeder Verständige leicht ermessen. Vor Gott und den Nachkommen wäre es unvcr-»''wortlich, durch diese Usurpation die eigene Ehre und Reputation dergestalt preiszugeben und die UnterthaM"also unterdrücken zu lassen. Sie hätten erwartet, daß die Eidgenossenschaft ohne Unterschied der Religio'diese Unbill aufs schmerzlichste empfinden und mit Ernst abzuwehren bedacht fem würde, besonders ^daß Zunch, das zuerst beleldigt worden sei, sich zu rächeil versuchte. Wenn es sich hiczu für nicht hinM'lich gewachsen gehalten und die Eidgenossen bei den Bünden gemahnt hätte, würde man nicht unterlaßhaben ihm tröstlich belzuspringen. Ihre Herren und Obern hätten einhellig beschlossen, mit ihren Fäh-^'aufzubrechen, m der Hoffnung, daß man insgemein ein Gleiches zu th.nl gesonnen sei, um den Affront g^oder aus andereWe.se zu reparieren; sie Hütten jedoch damit innegehalten, bis man miteinander auf di^^agle.stung geredet haben würde, in der Erwartung, daß man gemeinsam die Sache ernstlich cmHand nehmen werde. Ihre Herren und Obern seien nicht dagegen, daß man zuerst gütliche Mittel versussollten selbige aber erfolglos sein, so müsse ...an dann insgcsammt wie die alten Helvetier das Ansehtlnterpomercn und die Sache ernstlich an die Hand nehmen, damit jedermann erkenne daß die Eidge.l^"schaft unerschrocken sei, ihre Freiheit und Reputation aufrecht zu erhalten. Die Erbeinigung und dieletzter Jahrrcchuung der Stadt Constanz gegebene Versicherung, zu ihrem Nachthcil niemanden den ^gestatten zu wollen, mache es nothwcndig, eine., ernsten Entschluß zu fassen, dan.it man nicht einen sol^"Schandfleck den Nachkommen hinterlassen müsse und als verräterische, untreue und meineidige Leute cu'^fchncen werde. Die füns katholischen Orte wollen in bester Form protestiert haben, daß ...an ihnen etw^Schuld bei»,esse, und erklären, daß Alles ohne ihr Wissen und wider ihren Willen geschehen sei.Absicht sei gllein darauf gerichtet, daß man sich keiner von den kriegenden Parteien anschließe daß ^fremden Mächte mit allgemeinem Zuthun von der Eidgenossenschaft fern gehalten werden und daß dics^in ihren, friedlichen Wohlstand und bei ihrer wohlhergebrachten Freiheit unangefochten verbleiben n.ög^Nachdem d.e Gesandten der ubr.gen Orte ihre Instructionen auch mitgetheilt haben und alsdannfreundeldgcnöpyche, ganz wohlmeinende Weise die Sache besprochen worden ist erachtet der eine Thcil