736 März 1663.
Dörfern und auf öffentlichen Straßen an die eidgenössischen Angehörigen auf gewaltsame Weise Hand a»-gelegt werde, wie denn Einer, der von dein Herzog von Rohan gekommen und nach Basel reisen wollte, Z"Frick unter Zuthnn des Priesters schändlich ermordet wordene sei; daß nicht allein freister durch den OberstKönig zu Lindau die eidgenössischen Briefe eröffnet, sondern erst neulich einem Läufersboten von Zür^durch den Obersten Vizthumb die Briefe geöffnet und zurückbehalten, von den Soldaten das Gleit undgenommen, er selbst mißhandelt worden sei; daß Aehnliches vielen Bürgern und Unterthanen von Baselund Schaffhausen widerfahren sei und noch täglich begegne. ?». Bern eröffnet, das von Svlothurn wegckdes Vorfalls in der Clus abermals gefällte Nrtheil sei ihm durch eine sechsfache Gesandtschaft zur Kenntest ^gebracht und dessen Genehmhaltung nachgesucht worden; weil aber besagtes Urtheil also beschaffen sei, dastdadurch weder dem Project der unparteiischen Orte, noch dem von Solothurn sowohl anfänglich als l>n ^Uebersendung der Kostentaxe gethanen Versprechen, auch nicht der Justiz und den Bundesbriefen ein GenW ^geschehe, sondern daraus eher zu entnehmen sei, daß man Bern „an der Nase umhinführen" wolle,hätten sich seine Herren und Obern dahin entschlossen, bei dein früher gefaßten Beschlüsse unentwegt Z"verbleiben, die Arreste wieder anzulegen, sich die Rache vorzubehalten und auch über die HerausgabeBundes- und Burgrechtsbriefe sich zu bedenken, es wäre denn, daß das Urtheil innerhalb der nächsten aästTage verbessert und die Schuldigen exemplarisch an Leib und Leben gestraft würden. Bern bittet deßha^ ^daß man Svlothurn anhalte, seinem Versprechen nachzukommen, widrigenfalls seine Herren und Ober» ^ sArreste nicht allein an den Orten, wo es bisher geschehen sei, sondern durchs ganze Land wieder anzuW" ^und die Bundes- und Burgrechtsbriefe herauszugeben veranlaßt würden, in welchen: Falle es um getre»^Aufsehen bittet. — Die drei Städte hätten gewünscht, daß Svlothurn dem Project von Baden und demFolge dessen gethanen Versprechen besser nachgekommen wäre. Weil dasselbe in seinen: an Zürich erg^genen Schreiben sich vernehmen läßt, daß es, wenn ihn: von den unparteiischen Orten etwas Anderesauferlegt werden, die Exemtion getreulich erstatten wolle, also zu Berns Satisfaction noch wohl zu handeln ^so erachten die drei Städte für angemessen, Bern zu bitten, mit Anlegung der Arreste und mit Heran,sg^der Bundesbricfe noch ferner innezuhalten, weil das zu Baden verfaßte Project von allen uninteressiertOrten ausgegangen sei und man erwarten dürfe, daß keines dasselbe aufzugeben gesinnt sei. „Damitder Glimpf, den Bern bisher rühmlich ans seiner Seite gehabt, bei ihn: verbleiben", und der Anlaß ^einer innern, dermale,: höchst gefährlichen Empörung abgeschnitten sein'); auch dem Herzog von Rohan, ^gleicher Meinung sei, werde dadurch ein besonderer Gefallen geschehen. Zugleich wird man nicht ermangt'beförderlichst eine eidgenössische Tagleistung auszuschreiben. — Die Gesandten Berns nehmen diesen ^schlag all rokörouäuni. v. Herr de la Baume, der Abgesandte des Herzogs von Rohan, übergiebt melsi'^Schreiben, darunter auch eines von den Häuptern und Standesräthen gemeiner III Bünde, in welchem ^selben bitten, die Orte möchten die Herrschaft Sargans mit 2000 Mann besetzen, um der kaiserlichenwelche Miene mache, über den dermalen sehr kleinen Rhein zu setzen, entgegenzutreten. In Bezug ans ^begehrte Hülfeleistung zeigt derselbe an, daß, wenn es an der Bezahlung fehlen sollte, es allein um ^leihnng zu thun sei, diese aber uachher wohl wieder gut gemacht werden könne. — Was zuerst die ,leistung für die Bünde betrifft, so ist man der Ansicht, daß die dortigen Pässe ohne große Gefahr M ^ganze Eidgenossenschaft nicht blvs zu stellen seien, daß Oesterreich oder Spanien, wenn sie dieselben in ^Gewalt bekämen, solche nimmermehr aufgeben würden. Man kann aber wegen Mangel an Jnstructin"dießmäl keinen andern Entschluß fassen, als daß Zürich in seinen: Namen sowohl wegen des Vorfalls "