Druckschrift 
5,2,a (1875) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1618 bis 1648
Entstehung
Seite
707
Einzelbild herunterladen
 

September 1632.

707

Dhätlichkciten enthalten und sich dem lieben Rechte unterwerfen. Es wird auch an den Herzog von Nohangeschrieben, er möchte durch sein Ansehen es dahin zu bringen suchen, daß beide Städte sich versöhnen oderaccvmuwdieren, und an die übrigen katholischen Orte, daß sie ihr Bestes in dieser Sache thuu möchten.Vaden, Brcmgarteu und Mellingen werden zur Wachsamkeit aufgefordert; es wird ihnen insinuiert, daß sie^ch ans jeden Fall hin bei den katholischen Orten Raths zu erholen haben. I». Damit die Pässe besser ver-fahrt und Land und Leute bei dem Herannahen der Schweden besser geschirmt werden können, wird'be-schlossen, von Zürich die Ausschreibung einer gemeineidgenössischen Tagsatznng nach Baden zu vcrlaugen.Diese wird von Zürich auf den 6. October ausgeschrieben, v. Es wird die Frage in Berathung gezogen,fic man sich verhalten wolle, wenn Bern das Recht von der Hand weisen und gegen Solothurn oder dessenLeute ziehen würde. Im Allgemeinen vereinbart man sich dahin, daß jedes Ort auf seine eigenen und diechm anbefohlenen Pässe wohl Acht haben, sich auf den Fall der Roth gerüstet halten und Bericht gebenchil, wie Zürich sich verhalte; daß man sich nicht gerade auf jeden blinden Lärm bewaffne und feindlich ein-falle, wofür eben noch eine einläßlichere Verabredung vorangehen müßte, sondern daß man so lange alsAbglich suchen soll einen gütlichen Vergleich zu Staude zu bringen. Bevor man zu den Waffen greife, würdejedenfalls eine Protestation und Erklärung vorausgehen müssen, daß man, weil weder das liebe Recht nochFreundlichkeit Eingang gefunden habe, sich kraft der Bünde genöthigt sehe, demjenigen Theile zu helfen,^er das Recht annehmen wolle. «I. In Beziehung auf die schon mehrmals zur Sprache gebrachteAufstellung eines Kriegsrathes wird auch dermalen nichts Definitives beschlossen, jedoch hervorgehoben,^ Gersau für einen solchen ein passender Versammlungsort wäre. Bei nächster Gelegenheit haben dieDrte sich darüber zu erklären.

««8.

Konferenz der evangelischen Städte und Orte.

Aarau. 1V32, 2». und 29. September (18. u. 19. Sept. a. K.)

Staatsarchiv Zürich, ttvst. XII. IIS. InI, WS.

Gesandte: Zürich. Heinrich Bräm, Bürgermeister; Salomon Hirzel, Seckelmeistcr. Bern. Johanni^schherz, Johann Rudolf Willading, beide Venner und des Raths. Glarus. Hans Rudolf Tschudi,Lundanunann. Basel. Haus Rudolf Fäsch, Alt-Oberstzunftmeister; Hans Rudolf Wettstein, Zeugherr und^ Raths. Schaffhausen. Johann Jmthnrn, Bürgermeister; Johann Jakob Ziegler, ck. II. I).,

Stadtschreiber.

i». Der Abgesandte des Herzogs von Nohan, Herr du Puy, übergibt sein Credenzschreiben und hältU'daim einen Vortrag, in welchem er in wohlwollenden Ausdrücken die Gesandten von schnellen EntschlüssenQualmt und die Folgen solcher Entschlüsse vor Augen stellt. Er räth zu einer gemeineidgenössischen Tag-uchung, bH zu welcher die Orte alle Entschlüsse und alle Thätlichkeiten einstellen möchten. I». Hierauf gibt^u sowohl mündlich als durch eingelegte Kundschaften Bericht, wie so gar schandtlich, ja mörderisch undUnchrbarlich mit Worten und Werken seine unlängst nach Mülhausen abgeordneten 50 Soldaten, als sie beiClus passieren wollten, von Angehörigen Solothurns tractiert worden seien, so daß derselben etliche todtgeblieben, etliche übel beschädigt und verwundet, ein Theil gefangen, hernach zwar wieder ledig gelassenKorden seien; von etlichen aber wisse man nicht, wo sie seien; die übrigen hätten sich, wie sie gekonnt, sal-