Juli 1632.
701
weit man sich nähern soll. Endlich soll sofort nach Beendigung jener Tagleistung eine Gesandtschaftan den König von Frankreich abgeschickt werden, um demselben von der Sache die nothwendigc KcnntnißZu geben, da er durch sein Ansehen „das allercrheblichste Mcktel crthcilcu und hinzutragen könnte". Fernerwerden die Gesandten ihren Herren davon Nachricht geben, was Landammann Zum Brunnen als Gesandterbeim Herzog von Nohan ausgerichtet hat. I». Da man nicht weiß, welches die Absichten der SchwedenUnd, hält man es für „ehrlich, thuulich und reputicrlich", daß ein allgemeines Defensionswerk zu Standekomme. Dasselbe könnte ohne Schwierigkeit zu Stande kommen, wenn man sich auf Zürich verlassen undkkcher sein könnte, daß sich dasselbe eher zu den katholischen Orten als zu fremder Freundschaft hinneigte.
man aber darüber im Zweifel ist, so wird beschlossen, in einem Schreiben Zürich davon in KcnntnißZU setzen, daß die katholischen Orte entschlossen seien, zu Sicherung ihres Landes und ihrer Pässe sofortGliche Befehlshaber in den Thurgau zu schicken, um den Unterthancn trostlich zuzusprechen, die Pässe zuborwahren, Vorsorge für Einquartierung zu treffen und, was sonst noch nothwcndig ist, anzuordnen. Zürich'böge seine Zustimmung geben und auch jemand abschicken. Ferner solle von demselben eine kategorischeKlärung verlangt werden, ob es gesonnen sei, mit den katholischen Orten die gemeinen Vogteien vor einemUnfall fremden Kricgsvolkes zu schlitzen, und ob es Willens sei, fremdem Kriegsvvlkc durch seine Pässe undZkwe Botmäßigkeit den Durchzug zu gestatten, v. Sodann wird ferner beschlossen, daß jedes OrtZwei kriegserfahrene Personen bezeichnen solle, um die nöthigen Anordnungen zu treffen, jedoch ohne daßIrland veranlaßt würde, Feindseligkeit zu vermuthcn. Unterdessen soll sich jedes Ort mit 300 Mann ge-ästet halteic, damit dieselben auf die erste Mahnung aufbrechen können, wenn die Schweden den Grenzennähern. Ueberdicß wird für zweckmäßig gehalten, beim Eintritt dieses Falles eine Gesandtschaft an den^lmig oder an dessen Generale zu schickeil, um zu fragen, wessen man sich ihnen gegenüber zu versehen habe.
Wenn die Antwort Zürichs so ausfalleil sollte, daß es entschlossen sei, mit den katholischeil Orte» zu^lten lind sie vor fremder Gewalt männlich und treulich schirmen zu helfen, so wird man sich leicht über^Defensionswerk vergleichen können. Fällt aber die Antwort nicht klar und kategorisch aus, tvie eben dessenAntworten bisher gelautet haben, so hält man es für billig, die Sache ihm gegenüber mit größerm Nach-^>ck an die Hand zu nehmen, weil es nicht länger säumen würde, seinem bösen Willen die That folgen zu-^>l wid den Schweden einen gebahnten Weg in die katholischen Lande zu öffnen. In diesem Falle würde"w>i nach dem Beispiel der Vorfahren nach den gefährdeten Orten aufbrechen lind getreulich und unerschrockenW einander halteil und die Pässe verwahren. Wenn Zürich die katholischen Orte an verschiedenen Punkten^greifen sollte, so hat eine jede Obrigkeit reiflich zu erwägen, wie man sich theilen wolle, um sich nicht^szustellcn. Was abgercdt wordeil ist, an den Herzog von Savoyen, an Wallis, Bünden und die ennct-Wstchm Unterthanen zu schreiben, wird Lnccrn beauftragt. «. Alan läßt es serner bei dein bewenden,^ Freiburg auf die Bitteil der Gesandten Burgund gegenüber zu verrichten übernommen hat. Schwyz^ ersticht, Napperswyl in seine Protection zu nehmen; die zwei bereits ernannten Anführer sollen dahinliehen fgx Wachen, Kundschafter und anderes Nöthige sorgen, t. Da man dicßinal keine Gesandt-^ften ai, die verbündeteil Fürsten abordnen, sondern Schreibeil abschicken will, wird auch für gut erachtet," Ritt zu dem Gubernator von Mailand einzustellen. A. In Beziehung auf den aufzustellenden Kricgs-^ ) wird auch jetzt noch kein definitiver Beschluß gefaßt; jedoch wird Zug als der passendste Ort für dessen^laininlung angesehen und für zweckmäßig erachtet, daß während der bevorstehenden Tagleistung zu Baden^ Anfang damit gemacht werden könnte, daß von jedem Ort ein Abgeordneter dahin gesandt würde. Mail