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März und April 1628.
zu Frauenfeld, zu Proviant- und Munitionsherren verordnet. Dein Landvogt wird befohlen, in Betreff derin den Gotteshäusern, Stiften und Schlossern, auch andern namhaften Kornkästen im Thurgau noch vor-handenen Früchte zu verfügen, daß dieselben um gebührenden Preis im Lande verkauft werden, wie vonden Obrigkeiten schon früher erkannt worden fei; dergleichen, daß die Kloster und Gerichtsherren, sowohldie iil als außer Landes angesessenen, die früher ihnen anzuschaffen auferlegte Munition in ihren Gerichtenund Gotteshäusern wohl verwahrt bis auf den Nvthfall behalten. Die einundzwanzig aus den sieben Ortenin den Thurgau abgesandten Hauptleute und Wachtmeister verthcilt man in die thurgauischen acht Quartiere,wie auch nach Dießenhofen und Rheinau, und ertheilt ihnen besiegelte Ordonnanzen, unter Anderein desInhalts, daß die thurgauischen Quartierhauptleute jedem von ihnen des Tags 2 Neichsthaler für ihreUnterhaltung zustellen, jedoch diese Kosten bei den acht Quartieren durch ordentliche Umlagen wiederumeinziehen sollen. Dabei bleibt aber jedem regierenden Orte anheimgestellt, ob oder was jedes seinen Befehls-habern für die übrigen Kosten oder als Besoldung geben wolle. Da etliche habliche Leute andere armeUnterthanen bei dieser betrübten Zeit mit Einzug der Schulden sehr bedrängeil, so wird dem Landvogtbefohleil, dawider gebührendes Einsehen zu thun. — Mittwoch den 22. reiseil die Gesandten wieder vonFrauenfeld an den Rhein, namentlich an den Paß zu Stein, wo sie stattlich empfangen und gastiert werden,und wo sie auch gut getroffene Fürsorge antreffen. Von da reisen sie dem Nhein und Bodensee nachDonnerstags und Freitags bis nach Arbvn, wo mau aller Orten die früher anbefohlenen Wachen zwarin geringer Anzahl und bei der Mannschaft, die sich Hill und wieder den Gesandten zu Ehreil auf denStraßeil in die Wehre stellt, allen guten gehorsamen Willen lind ziemlich gute Bewaffnung antrifft. Derfürstbischöfliche constanzische Vogt zu Gvttlieben, Hauptmann „Primpßi" (Brümsh) begleitet die Gesandten iudas Schloß und zeigt ihnen dasselbe. Man findet es zu Bewahrung des constanzischen Paffes auf de»Nothfall hin sehr zweckmäßig und bemerkt, daß es sich wohl befestigen ließe. — Freitag Abend den 24. langendie Gesandten zu Arbon an und lassen sich daselbst das fürstliche, wohlvermauerte Haus zeigeil, treffenaber den fürstbischöflichen Vogt, Junker Segesser, nicht an, sondern eröffnen ihren Befehl den von der StadtAbgeordneten, welche sich zu Aufstellung der uöthigen Wachen und zur Fürsorge bereit erklären-Weil man hernach vernommen hat, daß ihr Vogt das Wacheil ihnen nicht gestatten wolle, so schreibt man ihmdeßhalb unverzüglich. Was für ein vortheilhafter Platz Arbon sei, lind wie derselbe zu befestigen wäre,wird jeder Gesandte mündlich berichteil. — Samstag den 25. reisen die Gesandten von Arbvn ins Rheimthal llild lassen unterwegs von Alt-Rhein bis gen Nheineck hinauf des Rheines Beschaffenheit sich zeige»-Es stellt sich heraus, daß aus dem Bodcnsee mit großen und kleinen Schiffeil an viel Orten gar leicht an-zulanden wäre. Auf Sonntag den 26. theilen die Gesandten den nach Rheineck zusam»ienberufenen Amt-leuten und Verordneten des untern und vbern Nheinthals im Beisein ihres Landvogtcs, BartholomäusOdermatt, wie auch 55. Türlers, ihres Landschreibers, die Ursache mit, warum sie hieher verordnet wordenseieil. Nachdem man theils aus dem gestern eingenommenen Augenschein, theils von den Amtleuten ver-nommen hat, wie das untere und das obere Nheinthal in Beziehung auf den Rhein und die Pässe, wie auchiil Bezug auf Mannschaft und deren Bewaffnung beschaffen und was zur Verwahrung vvnnöthcu sm,deßgleichen, was dieser Tagen von den von Appenzell daselbst gewesenen Gesandten, dein Landvogt, demLandschreiber und den Amtleuten für nothwendig erachtet worden sei, läßr man vorerst das angedeuteteGutachten sich gefallen und verordnet ferner, wie folgt: Die Mannschaft des Rheinthals, ungefähr 2566wehrhafte Männer, wird iil vier Thcilc oder Quartiere abgecheckt und jedem ein Quartierhauptmann wid