Druckschrift 
5,2,a (1875) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1618 bis 1648
Entstehung
Seite
347
Einzelbild herunterladen
 

Juni bis Juli 1623.

347

Christian Schmidlin, der Rechte Doctor und Rath des Erzherzugs Leopold, hält in dessen Rainen einenBortrag, des Inhalts, der Erzherzog habe sich durch seine Couunissarien mit den zwei Blinden und derHerrschaft Mahcnfeld dahin verglichen, daß auf der Steig eine Fortification gebaut werden solle. DerBau werde nicht groß und niemand lästig sein, auch keinen starken Zusatz erfordern, werde an einen Ort gelegtwerden, der kein Paß in die Eidgenossenschaft oder ans derselben sei, und diene allein zu mehrerer Sicherheit°h"e jemandes Schaden. Sobald der Bau zur Defension vollendet sei, würden die Besatzungen zu Chur"nd zu Mahenfeld ab- und dahin geführt werden; aus diese Weise könne das Land und der gemeine Mann'"ehr geschont werden. In Beziehung auf das Bündniß, welches der König von Frankreich, die HerrschaftBeliebig und der Herzog von Savohen geschlossen hätten (s. Beilage 9), hoffe der Erzherzog, daß die Ortehch nicht zu demselben bekennen werden, weil es mit der Erbeinigung unverträglich sei. Das BündnißWi auch gegen den römischen Kaiser gerichtet und bezwecke, dessen Gegnern Vorschub zu leisten; leicht könntendw Helfershelfer in die Acht gerathen. Der Name eines römischen Kaisers habe im Reich und außerhalb^selben noch so viel Ansehen, daß es bedenklich sei, sich mit der Acht zu beladen; auch seien die Gliederdes heil. Reiches nicht so weit von einander geschieden, daß sie nicht bald wieder in einen Leib zusammen-wachsen können. Ob dieser Propositivn entsetzt man sich, besonders wegen des Baues der Festung aufder Steig, welche nicht dem Hause Oesterreich, sondern zu der Herrschaft Mahenfeld gehöre, nicht unbilligerWeise. Dein Erzherzog wird sofort geschrieben, diese Neuerung falle beschwerlich und um der Consequenzenwillen errege sie Bedenken. Weil dieselbe nicht allein der Erbeinigung, sondern auch dem jüngst zu Lindaugeschlossenen Vertrage widerstreite, so möge das Vorhaben aufgegeben werden. Wenn eine abschlägigeAntwort erfolgt, so sollen Zürich und Lucern in aller Orte Namen Gesandte an den Erzherzog abordnen,desgleichen die mit Spanien verbündeten Orte mit dem Ambassador Casati sich besprechen, damit mansolcher Beschwerden entladen bleibe. Der obere und der Gvttcshausbund sammt der Herrschaft Mahenfeldversenden den Vertrag, den sie mit den Commissarien des Erzherzogs geschlossen haben. Sie hätten diesenSchritt gethan, um von der Drangsal der Besatzungen befreit zu werden, und hätten gern sich mit ihrenBerbündeten berathcn, falls ihnen Raum und Zeit gestattet worden wäre. «. Der französische AmbassadorWirvn bittet abermals um eine Antwort auf die wegen der gemachten Liga ergangenen Schreiben. EtlicheWeinen, weil der König von Frankreich nichts Anderes, denn Schutz und Schirm verspreche und es blvs daraufabgesehen sei, die III Bünde wieder in ihren alten freien Stand und Posseß zu setzen, so dürfe man dieAssistenz der drei Potentaten und besonders die gute Steigung des Königs von Frankreich nicht in den Windschlagen; die Erbeinigung werde dadurch nicht verletzt. Der Mehrzahl der katholischen Orte kommt die neueLiga seltsam vor, weil der Eintritt nicht nach alter Form, sondern allein durch Briefe ohne Eröffnung derArtikel gesucht und begehrt wird. Ihre Gesandten, welche an den König selbst abgefertigt worden seien,Hütten demselben eröffnet, warum ihre Herren und Obern in das neue Bündniß nicht eintreten könnten.Die Frankreich und andern Ständen errichteten Bündnisse, besonders aber den alten eidgenössischenBund werde man getreulich halten und dem eilten oder andern Ort, das wider Billigkeit augegriffen werden^llte, mit Leib und Gut beistehen. Weil man sich wegen auseinandergehender Meinungen über eineAntwort nicht vereinigen kann, soll jeder Theil selbst dem Ambassador seine Antwort zukommen lassen.')^ (S. u. Thurgau.) ». (S. u. Baden und Sargans.) Ic. Schölt mehrmals ist der Anzug gestellt, aber"w vollzogen worden, daß alle Gotteshäuser iu der Eidgenossenschaft sich mit eidgenössischen Schreibern undAmtleuten versehen sollen, weil die ausländischen viel Unruhen anstiften und in der Eidgenossenschaft viel