342 Mai 1623.
S84
Gemeineidgenössische Tagsatzung der XIII Orte.
Baden. t«23, 14. bis t«. Mai.
Staatsarchiv Zürich. liest. XII. 1-tI. toi. SVZ. Staatsarchiv Lucer». Absch. üv anno IKS3 und 1024. Bd. XV. kol 23.
Gesandte: Zürich. Hans Rudolf Nahn, Bürgermeister; Hans Ulrich Wolf, Statthalter. Ber»>Oberst Franz Ludwig von Erlach, Herr zu Spiez; Marquard Zehender, beide des Raths. Lucern. LudwigSchürpf, Ritter, Schultheiß und Stadthauptmann; Oberst Heinrich Clvos, Ritter, Venner und des Rath--Uri, Schwyz, Unterwald en, Zug. (Niemand.) Glarus. Adam Böniger, Landammann; Fridob»Bußy, Alt-Landammann. Basel. Hans Lukas Jselin, Zeugherr; Hans Rudolf Fäsch, beide des NaWFreiburg. Karl von Montenach, Schultheiß; Johann Reiff, Bürgermeister. Svlothurn. tlrsusSchwaller, des Raths; Johann Gibelin, Gemeinmann und des Raths. Schaff Hausen. Hans KonradPcher, Statthalter und Pannerherr. Appenzell-Jnnerrhoden. (Niemand.) Außcrrhodcn. Joh^'Schuß, Landammann.
». Nach Verrichtung der gewöhnlichen Begrüßung wird das Schreiben des Königs von Frau kW,vom 27. März, sowie das des Ambassadors vom 22. April verlesen, worin die XIII Orte cingokad^werden, sich dem neuen Bündniß anzuschließen, welches der König von Frankreich, der Herzog von Savoh^und die Herrschaft Venedig wegen des Veltlins geschlossen haben. sS. Beilage 9.) Ein zweites Schreiben deAmbassadors Miron, datiert Solvthurn den 14. Mai, wird durch den „edeln und festen" I. Heinrich Wallisfranzösischen Dolmetscher, präsentiert. Darin berichtet der Ambassador, er habe sich höchlich verwundert, dapdie katholischen Orte so plötzlich Gesandte nach Frankreich abgeordnet und nicht eine andere Gelegenheit gewa)hätten. Er hätte es lieber gesehen, wenn die XIII Orte sich zuvor über das Schreiben des Königs vesständigt hätten. Der Ambassador wünscht, daß die Orte vereinigt bleiben, „daß die Diversität der BündwUaußerhalb ihres Standes und die Differenz der Religion" unter ihnen keine Trennung verursache; deßg^chen daß die unerörterten Streitigkeiten, die ein Ort mit dem andern habe, erledigt und die böse Wurzel ^Trennung ausgcrcutet werde. Alsdann erwartet der Ambassador eine gute Antwort auf das Schreides Königs. Demselben wird in einem kurzen Schreiben geantwortet, man habe die begehrte Resolutnicht fassen können, weil dieß ein allgemeines Geschäft sei, und weil etliche Orte, sowie derAmbassador selbst diese Tagleistung nicht besucht hätten. Es sei auch berichtet worden, daß einige Äe»^rungen eingetreten und daß seit Ausfertigung des königlichen Schreibens wegen des Veltlins neue
tationen gemacht worden seien; man habe deßhälb dieses Geschäft bis auf künftige Jahrrechnung versch»^/
bei welcher der Herr Ambassador sich alsdann auch einfinden möchte; inzwischen könne man sichBeschaffenheit der Sachen gründliche Kenutniß verschaffen. Falls aber dem Ambassador an diesem Gcst^sehr viel gelegen sei, so wolle man ihm anheimgestellt haben, nach altem Brauch eine gemeine Tagkcu ^nach Baden oder Svlothurn anzusetzen, in der Hoffnung, daß die Orte sich insgemein dazu bequeme» ^der Gebühr nach handeln werden. I». 1) Oberst Cloos von Lucern bringt im Namen seiner Herre» 'Obern den unerörterten Streit zwischen Bern und Freiburg zur Sprache. Weil die Couferenzen derStädte bisher erfolglos geblieben sind, so möge Bern sich auf künftige Jahrrechnung gefaßt mache»/hierüber Rede und Antwort geben. Nachdem Bern und Freiburg über den dcrmaligen Stand der ^