Juli 1621. 215
Frankreich eine Tractation angebahnt sei und das Volk für den Fall eines Angriffes und offenen Krieges zn^"'g Zahlreich wäre. Zürich ersucht dcschalb die Orte um ihr Gutachten über die Heimberufung des Kr.egs-volkes. Die Gesandten'haben sich dieses Anzuges nicht versehen und sind deßwegen ohne Instruction;dG'Mngcachtet »vollen sie allein für ihre Personen ihre Ansicht mittheilen. Etliche unter ihnen machendarauf aufmerksam daß die Mehrzahl von den Häupter.» und Räthen der Bünde das Verbleiben des^gsvolkes wünsche Welchen Ausgang die angebahnten Tractationen habe., werden, könne man noch'"cht wissen. Damit die Last für Zürich erträglicher sei, könnte der vcnetianische Ambassador veranlasst"""dm, im Namen seiner Herrschaft auch etwas beizutragen. Andere glauben, da in Spanien ein Accord^».acht worden sei und der König von Frankreich durch seine Ambassadören die Sache zu seinen Händen und^ Bündner in seine Protection genommen habe, daß die Heimberufnng .n allen Ehren geschehen könne;
ist man allgemein der Ansicht, daß das Kriegsvolk, weit der zwölfte Monat bereits begonnen habe,""h bis zu Ende desselben in den Blinden verbleiben solle. - Als nothwendig wird ferner erachtet, daß^ evangelischen Städte und Orte ans nächster Tagleistung ohne weiteres Bedenken m d.e von den frän-kischen Ambassadören gemachten Propositionen, man möchte die Bündner dazu bereden, den Tractat von^"brid anzunehmen, einwilligen. Obgleich die papistischen Orte, wie man zum Theil von ihnen vernehme,Sache zu ihre», und Spaniens Northeil aufziehen wollen, so ist zn hoffen, daß man auf diesen. WegeKönig von Frankreich einen Gefallen thnn und die Blinde ihrer Trübsal entledigen werde.
18S.
Conforenz von Uri, Schwyz und Nidwalden.
l<!2l, 15. Juli.
LandcSarchiv Nidwaldc».
z^.^andte: Uri. Johann Konrad von Bervldingen, Ritter, Nlt-Landammann. Schwyz. Heinrich^lt-Landamn.ann und Pannerherr; Johann Sebastian Abyberg, Statthalter; Johann Gilg Aufder-Seckelmeister; Balthasar Kyd, des Raths. Nidwalden. Melchior Wilderich, Landammann;Zeigen-, Statthalter.
hne ^ Hauptleute der Fähnlein zn Vellenz berichten, daß zn Bcllenz sich Bündner aufhalten, welche leicht^ei/' ^'barwärtigkeiten verursachen könnten, die möglicherweise ihnen einen Verweis zuziehen, namentlich»cw Lutherische unter ihnen seien; ferner daß von den Bündnern Korn und Munition gekauft und^cllc. gefertigt werde. Den. Commissarius wird geschrieben, die Zahl der vertriebenen Bündner zu
L. ^ Mar klein, so daß von denselben keine Gefahr zu besorgen sei; jedoch sei cS rathsamer, ihnenbll)ech!^ Wohnsitze anzuweistn. Hin- und herziehende Bündner solle er nicht in der Stadt
^ten Krän.ern verbieten, den Bündnern Waaren zn verkaufen, sondern sie den Sol-
ch,Agierenden Orte werden lassen; überhaupt solle er sich so verhalten, daß den Obrigkeiten keiney,z.,,.^"^it daraus erwachse. Schwyz anerbietet sich, von seinen, ziemlich großen Vorrath an Pulver zu^ geringe». Preise abzugeben.