März und April 1621. 193
sie, weil sie ihnen zum Verderben auf dein Hals gelegeil, mit Gewalt aus dem Lande vertrieben hätten,W'nmglimpft und verhaßt gemacht würden, so wollen sie, sobald eine Tagsatzung abgehalten werde, dreiGesandte an dieselbe abschicken oder ein Schreiben an alle Orte abgehen lassen und den wahren Hergangberichten, wie nämlich untreue Landeskinder ihnen zu Unterdrückung ihrer geistlichen und weltlichen Freiheitdurch fremdes Volk und Geld ein spanisches Bündniß hätten aufzwingen wollen; zugleich wollen sie die Eid-llwosscn bitten, diesen untreuen Landeskindern keinen weitern Vorschub zu leisten und ihnen zur Wicdcr-ervbernng der ihnen auf Antrieb jener Landeskinder abgenommenen Lande behülflich zu sein. Ferner wollen^ eine Abordnung an den Erzherzog Leopold schicken und ihn bitten, er mochte, wie auch sie dazu cnt-schlvssin die Erbeinigung halten, ihren untreuen Landeskindern keinen Vorschub leisten, die aus dem^ünsterthal Vertriebeneu, mehr als 1560 an der Zahl, wieder heimkehren lassen und ihnen ihr Land wiedercuiräumen. Einen andern Gesandten wollen sie an den Herzog nach Mailand abfertigen, um ihn zu bitten,Landeskinder nicht zu unterstützen und das den Blinden entrissene Veltlin, Worms und Anderes zudinieren, wit dem Anerbieten, alsdann mit dem Hause Mailand gute Nachbarschaft zu halten. DenAwbassadvr wollen sie ersuchen, seinem Könige den wahren Sachverhalt zu berichten und das Seinige bci-Mragm, damit ihnen die nothwendige Hülfe zur Eroberung der verlorenen Lande beförderlich zu Theilkerde; übrigens soll auch ein Schreiben an den König selbst gerichtet werden. An Venedig wollen siew! ähnliches Schreiben erlassen, und den Grafen von Ems und den Herzog von Savohcn, jenen um gute"chbarschaft, diesen um glinstige Affcction und um Beistand zur Eroberung ihrer verlorenen Lande bitten.^ Diese von den Vündncrn projecticrten Maßregeln werden von den Gesandten und dein Ambassador gut-geheißen. In Beziehung auf das an den Ambassador gestellte Ansuchen um Geldmittel zur Verwahrungw Pässe bleibt derselbe bei seiner frühem Erklärung.
Abgeordnete bitten die Gesandten, sie möchten, da berichtet werde, daß wiederum fremdes Volk an ihren^»zeii sich ^»d die fünf Orte neuerdings werben, an ihre Herren und Obern schreiben, daß manWeil bis zur Ankunft des außerordentlichen Ambassadors zu Verwahrung ihrer Pässe behülflich sein möchte,^eil Gucffier auf seiner frühern Erklärung beharre; sie glauben, daß sie dieselben mit freiwilligem Volk^Vahren könnten. — Diese Maßregel erhält die Billigung der Gesandten; um Hcrbeischaffung der Geld-geheil sie Pen Ambassador an, dasselbe bei Venedig zu entlehnen; dieser aber antwortet, daß er keinen^lehl hatze, Geld zu entlehnen. Die Gesandten erklären, daß sie unter solchen Umständen abreisen und^ Anliegen der Abgeordneten ihren Herren und Obern vortragen werden; vielleicht daß Geld vorhanden- wit dein man ihnen bis zur Ankunft des außerordentlichen Ambassadors oder bis zu einer gemein-^genössisch^i Tagsatzung zu Hülfe kommen tonne; jedenfalls würden ihre Obrigkeiten die Hand nicht vonwen abzieheil, sondern Leib, Gut und Blut zu ihnen setzen; sie selbst möchten auch ein Schreiben an dieSeiten zu diesem Zwecke abgehen lassen. — Ans die Bitte der Abgeordneten, die Gesandten möchten nochNh Dstern bleiben, da die Boten der Gemeinden sämintlich wieder zusainmenkäiuen und die früherewste allerlei Bedenken erwecken würde, entschließeil sich dieselben noch zu bleiben. Da aber der Berichtw»it, d<ch der Feind das ganze Misvx wieder eingenommen habe und es jetzt darum zu thun ist, daß man^wldetes Volk aufstelle und nach Geldmitteln sich umsehe, so reden die Gesandteil, da Tags zuvor derwchrier Marsilier angekommen ist, nochmals wegen des Geldes ganz ernstlich mit dem Ambassador. Abreise^ ^sandten am 15. oder 16. April.
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