September 1620.
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Conferenz der evangelischen Städte itnd Orte.
Aarau. 1K2C, 22. und 23. September (12. u. 13. a. K.).
Staatsarchiv Zürich, »est. XII. lüg. Ich. IIS.
Gesandte: Zürich. Hans Rudolf Rahn, Bürgermeister; Hans Ulrich Wolf, Scckelmcistcr. Bern,^fänz Ludwig von Erlach, Herr zu Spiez; Anton Tillicr. Basel. Hans Jakob Bnrckhardt, Lukas'ößckin St. Martin. Schaffhausen. Hans Konrad Peycr, Statthalter; Matthias Peher im Hof,Sameister. Appenzell Außerrhoden. sKonrads Zellweger, Alt-Landammann. Stadt St. Gallen.Sebastian Schobinger, Neil. Dr., des Raths.
Diese Conferenz wird zu dem Zwecke abgehalten, um sich zu besprechen, wie mau sich auf der bevor-^enden Tagsatznng zu Baden verhalten wolle, z». 1) Nachdem die zürcherischen Gesandten berichtet haben,was für Gründen Zürich und Bern ihr Kriegsvolk in die Bünde geschickt haben, wie dasselbe dort gehal-^ worden und was ihm Leidiges vor Tirano begegnet sei, kommt man darin überein, daß auf nächsterI örtischer Tagleistnng vor Allem dahin gewirkt werden soll, daß die jüngst zu Baden besprochene Gesandt-^aft in die Bünde von den acht bezeichneten oder den andern unparteiischen Orten beförderlichst abgeschicktin den Blinden wieder ein „rechtschaffenes Wesen" hergestellt werde. Wenn die papistischen Orte, wie")rr auch geschehen ist, ihre Gesandten nicht schicken wollen, bis Zürich und Bern ihre Trnppen heim-^ chen haben, so soll nm des Besten willen die Heimberufung vorgenommen werden, doch nur unter derP'gung, daß die fünf Orte es mit ihrem in die Bünde geschickten Volk auch so halten; wo nicht, sodas evangelische Kriegsvolk ebenfalls. Zürich und Bern hätten es gern gesehen, wenn sich andereparteiische Orte der Gesandtschaft angenommen hätten; dessenungeachtet soll dieselbe dem jüngsten Abschied"u Baden gemäß von Statten gehen. Bern, hierüber ohne bestimmten Befehl, will referieren; zugleich fragt^ "u, wessen man sich von den übrigen Orten zu versehen habe flir den Fall, daß dem Volk der beidenadte in den Bünden etwas Widerwärtiges begegnen sollte und man demselben Hülfe leisten müßte. Zürichplchert, es werde jederzeit seinen lieben Eid- und Neligionsgenossen mit Leib, Gut und Blut beistehen.
^ übrigen Orte haben keinen Befehl in dieser Sache empfangen, auf nächster Tagleistnng hoffen sie^ aber so aussprechen zu können, daß man ihr „aufrechtes, eidgenössisches Gemüth spüren solle." —Zürich berichtet, daß es vor wenigen Tagen zwei Gesandte nicht allein zu dem Kriegsvolk, sondern auch zuP "Gutherzigen" in den Bünden geschickt habe. Dieselben sollten sehen, wie die Sachlage sei, undpm, yh „ran weitere Hülfe von den Städten begehre. Falls man es für rathsam halte, würden sie auchP allgemeinen Beitag zn Chnr besuchen. Zürich hat auch vernommen, daß die katholischen Orte den Paß^ sperren gedenken, wenn man noch mehr Volk in die Bünde schicken wolle. Zn diesem Zweck solle OberstPaldingen von Nri 2000 Mann wälschen Volks in Bestallung haben, um mit demselben in die GrafschaftPPils zu ziehen. 3) Von zuverlässigem Orte hat Zürich Bericht erhalten, daß die „Widerwärtigen" nichtin den Bünden, sondern auch in gemeiner Eidgenossenschaft die wahre christliche Religion ansrenten" ^u, wie denn auch andern Orten gleiche Berichte zugekommen sind. Man will davon den Obrigkeiten^Uttniß geöm und bei diesen leidigen Zeiten ein desto fleißigeres Aufsehen haben. I». Johann von PortaKaspar Alexius ans den Bünden halten einen weitläufigen Vortrag über die Roth ihres Landes. Sie