August 1620. 145
und der Ainbassador tu deu 11t Bünden, Guefsier, lassen eine» schriftliche» Vortrag verlese». In deinsel-wird von der bewaffnete» Intervention einzelner Orte abgerathen und statt derselben die Absendnnghier geineinsainen Botschaft zu Untersuchung der Sache empfohlen, „in die III Blinde zu beruhigen undh Fortgang der Rebellion im Veltlin anfzuhalten. Als Gründe werden angeführt, daß durch die bewaffneteHülfeleistung die Sache nur noch schlimmer gemacht und das Mißtrauen, welches unter den Orten wegenUngleichheit der Religion bestehe, noch vermehrt und leicht etlichen Fremden Anlaß gegeben würde, inus Land zu kommen. Alan solle den Büudnern anbieten, sie zu Beilegung des Streites in Konferenzenanzuhören; der König wolle dann auch seine Gesandten zugleich mit denen der Orte zn ebendemselbenZwecke abschicke», — Im Namen der sieben katholischen Orte antwortet Schultheiß Sonnenberg auf dieZürich und Bern gethanen Propositionen, sie bcdauren, daß man sich 1618 über ein gemeinsamesSchreiben oder eine gemeinsame Botschaft nicht verständigt habe; denn ohne Zweifel wäre damals etwasMiltes allsgerichtet worden. Dadurch, daß jeder Theil besonders eine Gesandtschaft in die Blinde geschickthabe, ftj uicht allein nichts ausgerichtet worden, sondern die Parteien seien noch mehr gegen einanderM'eizt worden. Obgleich die katholischen Orte von dem einen Theil um Hülfe ersucht worden seien, hättennicht einwilligen wollen, weil sie glauben, daß durch solche Particularhandlung nicht geholfen werde;um so weniger hätten sie sich versehen, daß Zürich und Bern von sich aus vor Vollendung dieser Tag-0imng HUft schicken würden. Ihre Herren und Obereil halten eineil solchen Zuzug für gefährlich, weil„fremde Umliegende" veranlassen konnte, sich mit Macht der Sache anzunehmen. Leicht möchte es zu^uwin Religionskrieg kommen. Daher wünschen sie, daß die beiden Städte mit dein Aufbruch innehalten"ud mit ihnen auf bessere Mittel bedacht sein möchten; sie ihres Theils schellen keine Mühe und ArbeitUnd keine Kosteil, wenn nur dem Uebel gesteuert werden könne. Auch sie seien zum Theil BuudesverwandteZw Hl Bünde, lnld es thäte ihnen leid, wenn ein Glied der Eidgenossenschaft von Fremden beherrscht oder^ beste Theil davon genommen würde. Die bereits aufgebotenen Truppen könnten, wie das früher auchfchmi einmal geschehen sei, wieder abbestellt werden. Wegen des von Bern begehrten Passes haben die^ ^'sandten keinen Befehl. Sollte, wie verlaute, Gewalt gebraucht werdeil, so protestieren sie dagegen; wasurans entstehen könnte, wird jeder Verständige einsehen. Sie bitten nochmals, mit ihnen die gelindernuud bessern Mittel an die Hand zn nehmen, wofür ihre Herreil und Obern bei Gelegenheit erkenntlich seinWürden. — Glarus erklärt, weil allerlei Volk in der Grafschaft Wcrdenbcrg bis zur Steig liege uud Glarusum sein eigenes Land zu sorgeil habe, so könne es dießmal den Bünden keine Hülfe schicken; doch will esÜwl leisteil, was man Bundesgenossen schuldig ist, und sein Bestes thnn, damit das Feuer in deu Bündenwascht werde. Die Gesandten der übrigen Orte haben Befehl, gelindere Mittel anzuwenden, um die Ruhe^ dm Bündeil herzustellen. — Fähnrich Hans Walther Jinhvf voll Uri erscheint nun mit einem Schreibeilspanischen Ambassadors, Alphonso Casati. Der Gubernatvr von Mailand, heißt es in demselben, habeU' keiner bösen Absicht Truppen an die Grenzen des Veltlins gelegt, sondern wegen der daselbst ausgebro-chen Unruhen und weil aus den Bünden und von andern Orten eine Anzahl Truppen nach dem Veltlin^ Ziehe,l bereit sei. Obgleich der Gubernator wünsche, daß die armeil Bewohner des Veltlins keine Ur-cm zu Klagen hätten, habe er sich derselben doch nicht angenommen, sondern sich bis dahin still ver-u te„. Die Gesandten möchten keinen Argwohn haben; der Gubernator wünsche mit den Nachbarn seines^mzvgthums iil Ruhe und Frieden zn leben. Wenn aber die Empörung an den Grenzen Mailands sichümhren sollte, werde er darauf denken, wie möglicher Weise dieselbe zu stillen sei-) — Etliche Orte
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