Druckschrift 
5,2,a (1875) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1618 bis 1648
Entstehung
Seite
91
Einzelbild herunterladen
 

September 1619.

91

8S.

Gememeidgcnvssische Tagscchung der XIII Orte.

Baden. IKIi), L. bis 13. September.

Staatsarchiv Zürich. Kvst. XII. IW. toi. 2is. Eidgc». Archiv in Aara». Gcmcincidg. Abschiede, Bd. IS.

Gesandte: Zürich. Hans Rudolf Nah», Bürgermeister; Hans Georg Grebel, des Raths. Bern.Anton von Graffcnried, Seckelmeister; Johannes Frisching, Venner; Niklaus von Mülinen, des Raths.Luccrn. Jakob Sonnenbcrg, Ritter, Schultheis;; Heinrich Clvos, Ritter, des Raths. Nri. Emanuel Beßler,A^ter, Landammann; Hans Konrad von Beroldingen, Alt-Landannnann. Schwhz. Jost Schilter, Land-"u»nann; Christoph Schorno, des Raths. Unterwalden. Anton VonZnben, Landammann, von Obwaldcn;^hpinus Zelger, Landammann, von Nidwalden. Zug. Aielchivr Brandenberg, Statthalter; Jakob Nuß-^uiner, des Raths. Glarus. Hans Heinrich Schtvartz, Alt-Landammann; Hans-Heinrich Schießer, Statt-halter. Basel. Hans Lukas Jselin, der Jüngere, des Raths; Hans Friedrich Nhhiner, Stadtschreiber,^'lstburg. Niklaus von Diesbach, Schultheiß; Jakob Vögcli, Ritter, des Raths; Heinrich Lamberger,utter, Alt-Burgcrmeister; Hans Reiff, des Raths. Solothnrn. Petermann Snri, Schultheiß; Johann"uu Noll, Seckelmeister. Schaffhausen. Hans Heinrich Schwartz, Bürgermeister; Hans Konrad Peher,^Mtthalter. Appenzell. Achatins Wiser, Landammann, von Jnnerrhoden; Johann Schieß, Landammann,Außerrhoden.

Diese Zusammenkunft ist auf Begehren der sechs katholischen Orte wegen des Mißverständnisses""gesetzt worden, das in Folge des Neligionsmehrs in der Herrschaft Tscherliz zwischen Bern und Frcibnrg^"standen ist. Nachdem die übliche Begrüßung stattgefunden hat, berichtet Freiburg, etliche unruhige Leuteder Landvogtei Tscherliz hätten mit Hülfe ihrer Nachbarn zu Lausanne die Unterthanen durch Practiken^Aticrt, daß sie das Mehren über den Glauben zu Bern begehren sollen. Die Kundschaft von fünfzigTunern bezeuge, daß das Mehr durch Practiken zu Stande gebracht worden sei, was den i. I. 1533"ud 1554 gemachten Verträgen zuwider laufe. Heimlich und ohne Freiburgs Vorwissen sei man damit^"gegangen, das Mehr aufzunehmen; vergeblich habe Freiburg durch eiu Schreibe» und alsdann durch eine^sandtschaft Bern ersucht, die Unterthanen abzumahnen, was man um so mehr von ihm zu erhalten gc-A'sft habe, da zn Tscherliz die Religion freigestellt sei. Als die Gesandten Freiburgs zu Tscherliz die Ge-mutzten Berns vergeblich gebeten hätten, das Mehren einzustellen, habe Freibnrg gegen das Mehr protestiertHM auf die eilf Orte Recht dargcschlagen; dessenungeachtet hätten Berns Abgeordnete zu Penthereaz und"üAiez-le-Grand das Mehr vor sich gehen lassen. Der Pfarrer zu Penthereaz sei sofort entlassen worden,M Assens sei von den Kirchgenossen erklärt worden, im vorigen Stand verbleiben zu wolle», obgleichMehrere vornehme Bürger von Lausanne ihnen zugeredet hätten, sie sollten in das Mehr einwilligen. BeiAction sei sehr viel Volk vom Adel zu Pferd erschienen, mit ihren Skopeten oder Feucrbnchscn, ebenso^iche Prüdicanten, Bürger und Studenten von Lausanne, zum Theil mit Feuerrohren versehen. Freiburg^ angt, dcch Alles iu den frühern Stand gestellt, die Kreuze und Altäre wieder aufgerichtet, die Priester^'Musetzt und die Rädelsführer bestraft werden. Vor den eilf Orten sei schon früher eine Thcilungvier Vogteien beantragt und gutgeheißen worden; diese Theilung möchte jetzt ins Werk gesetzt werden.^u erwidert, das Mehr sei ohne Präcipitation und nach Inhalt der Verträge vorgenommen worden. Die