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Juni 1610.
und zeigt an, daß es sogleich zwei aus dem Rath abgeordnet habe, um an Ort und Stelle die Sache Z"untersuchen und die Unruhen beizulegen. Ferner liegen vor die Antwort Zürichs auf ein SchreibenSchwyz und ein schriftlicher Bericht des Statthalters oder Verwalters der Vogtei. Aus dem leztern erg'^sich Folgendes: Als vor einiger Zeit die Frau des Wcibels des Gerichtsherrn H. von Beroldingen gestörtist und man sie zu Gachnang nach katholischem Brauche habe begraben wollen, haben die Neugläubigen dics^Bestattung sich widersezt, weil die Frau zum katholischen Glauben übergetreten war. Die Vorstellungen ^Gerichtsherrn beim Prädicanten, die Berufung auf den Landfrieden und die Androhung, ihm die Zinsen n>^Zehnten nicht mehr ausrichten zu wollen, haben endlich den Erfolg gehabt, daß der Prädicant die Bestall^erlaubte, aber unter der Bedingung, daß der Priester die Leichenpredigt nicht in der Kirche, sondern ans ^Kirchhof halte. Die Frau sei dann beerdigt, aber das Kreuz auf dem Grab zu wiederholten Malen von ^Neugläubigen unter Excessen weggenommen worden, mit der Erklärung, daß dieses eine Neuerung sei undsie auf dem Kirchhof keine Kreuze mehr dulden wollen. Junker von Beroldingen habe ihnen darauf zn ^stehen gegeben, daß das nicht gegen den Landfrieden sei und daß er sich nicht für verpflichtet halte,Begehren um Abschaffung des Crucifixes zu willfahren, und sie gebeten, sich nachbarlich und ruhig zu verhak'Am Montag darauf, während die Katholischen in der Kirche waren, haben die Neugläubigen, acht a» ^Zahl, das Kreuz wieder ausgerissen und in das Khburgische gebracht mit der trozigen Äußerung, dasmüsse nach Zürich, dort könne man es holen. Die Neugläubigen haben auch den Pfarrer und einen a«d^Priester auf offener Landstraße gescholten, daß sie es seien, welche solche Neuerungen auf dem Kirchhof anfa"^wollen, und die Waffen gegen den einen Priester gezükt. Überhaupt sei kaum zu glauben, was für Sch>^und Troz die Neugläubigen gegen die Katholischen treiben. Am 22. Mai, da man abermals das Kind e»Katholischen habe beerdigen wollen, seien dreißig Mann der Neugläubigen mit ihren Seitengewehren daygekommen und haben den Katholischen zu verstehen gegeben, sie mögen mit dem Kind wohl kommen und ^selbe begraben, aber kein Kreuz mitbringen, indem sie durchaus solche auf dem Kirchhofe nicht dulden.der Junker damals gerade nicht zn Hause war, haben die Katholischen nicht gewußt, wie sie sichsollen, aber auf Zureden der Frau des Junkers, daß sie es im Namen Gottes wagen und Leib und "zur katholischen Religion sezen möchten, seien sie mit dem Kinde hingegangen und haben zwei Kreuze >n>^nommen, vor dem Kirchhof aber die dreißig Männer bewaffnet angetroffen, welche ihren Muthwillen ^Spott getrieben haben, jedoch Alles verrichten und die Kreuze aufsteken ließen, nach dem Weggehen dertischen aber mit Toben und bloßen Waffen auf den Kirchhof gestürmt seien und ihren schändlichen Mnth"^mit dem Crucifix getrieben haben. Aus besonderm Verhängniß Gottes sei aber der, welcher zuerst nach
Crucifix schlug, zu Boden gefallen und habe „alle Vieri von ime gestreckt"; dessenungeachtet sei dasjämmerlich zerschlagen worden, unter Drohung, daß man es mit den Köpfen der Katholischen ebenso n>a
werde, wenn sie mit ihren Neuerungen nicht aufhören würden, denn sie haben von ihrer Obrigkeit ^ ^solche Kreuze nicht zu dulden. Am hl. Pfingsttag darauf sei im Wirthshaus zn Gachnang einefeiert worden, und während nach dem Jmbis der Junker und der Pfarrherr mit einander sprachen, ? ^fünf vorübergehende Zürcherbauern laut gerufen, „du schwarzer Schölm, wir wendts dir noch woll >na 1 ^sie beide aber haben nicht gewußt, wer oder was damit gemeint sei. Hierauf haben sie mit demin allem Frieden getrunken und seien dann auseinander gegangen. Ein etwas länger Zurükgeblicben^ ^Katholischen sei dann von den Zürcherbauern als Abtrünniger beschimpft und mißhandelt und der I"