Druckschrift 
5,1,a (1872) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1587 bis 1617
Entstehung
Seite
879
Einzelbild herunterladen
 

Juni 1608. 879

^uhe gethan haben, lasse man auf sich beruhen; wenn aber ein Lehenmann das Gut schlecht bebauen und^ Hinse» nachlässig entrichten würde, so daß man Ursache hätte, das Lehen zu künden, und wenn dann derKHezte seinen Fehler mit der Religion bemänteln wollte und dazu Beistand finden würde, so möchte dasEonsegnenzen mit sich bringen. 5. Wohl seien seit dem Landfrieden etliche neue Pfründen errichtet worden,^ die Besizer derselben beziehen von jenen Zehnten und andere Gefälle, welche zuvor zu den alten Pfründenhaben, und sollen deßhalb vom Abt von St. Gallen dependiren. Würden dieselben einzig von Zürich^"zt, so hätten die Prädicanten vor dem Abt keine Achtung, obgleich sie in dem Lande wohnen, wo er sonst^^Hiniden zu verleihen hat, und würden ihm sogar Troz bieten; daher sollen sie billiger Weise entwederEinkommen aufgeben, das sie vom Abt haben, oder aber die Pfründen von ihm empfangen. 6. DieIvlischx,, ,nüssen sich höchlich verwundern, daß Zürich gegen die Berkündung des englischen Grusses"^^e, da er doch nichts Anderes sei als ein fröhlicher Anfang und eine Botschaft unseres Heils,^üic Wort der hl. Schrift. Den von der katholischen Kirche beigefügten Anhang wolle man den Prädi-nicht znmuthen und erwarte, daß keine Beschwerde mehr dagegen erhoben werde. 7. Der Ausdruk" ^'gläubige" komme im Landfrieden, in alten Instrumenten, Abschieden und Mandaten vielfach vor, daher" denselben nicht wohl auslöschen könne; er sei nur zur Unterscheidung und zum bessern Verständniß ein-^M worden, werde übrigens, wie Zürich bemerkt haben werde, jezt wenig mehr gebraucht. 8. Mit Bedauern'eUeil die katholischen Orte die Neuerung, daß Zürich, während es von Alters her die Orte Lncern, Uri,Unterwaldcn und Zug die V katholischen Orte titulirt habe, nun seit einiger Zeit das Wort katholisch^ Bsc »nd sie schlechtweg die fünf Orte nenne, dagegen seine Religion mit neuen Titeln auszeichne. Dieses'der Bestimmung des Landfriedens, daß ein Theil den andern in seinem Glauben „ongearguirt vnd on-^ utirt" lassen solle, zuwider. Es sei fast zu vernmthen, diese Neuerung sei seit der Zeit anfgekommen, alsdes ^^'""uten auch in das Regiment der Stadt Zürich aufgenommen worden. Sie bitten um BeibehaltungTitels. Zürich möge nun diese Antwort der katholischen Orte in brüderlicher Meinung aufnehmen,s'and' ^"km Herzen und friedliebendem Gemüth hcrsließe. Auch sie erbieten sich, Bünde, Verträge undsNeden wahr und fest zu halten, wozu Gott seinen Segen verleihen möge. — Die hierauf von beidenvorgebrachten Antworten und neuen Begehren, z. B. wegen des sichern Durchpasses der Geist-^ Prädicanten zu Mtthlheim, der Abschließung des Chors in der Pfarrkirche zu Rheinau u. A. m.Zrbe,^ ^'^^its nä instrnömlum in den Abschied genommen, in der Erwartung, daß man gegenseitig nach-^ »nd nicht zu sehr ans der vorgefaßte» Meinung verharren werde. Schließlich eröffnet der Gesandte von^ Obern beauftragt haben, nach allen Mitteln zu trachten, damit die katholischen und^ lMischx,, Einigkeit und Liebe verbleiben, weßhalb er ganz freundlich und eidgenössisch bitte,

^ jeder Theil dem andern so viel möglich nachgeben, I (S. u. bern-freiburg. Vogt, überh.). It. vr.Ni^"" ^^ristian Schinidlin, bischöfl. baselscher Kanzler, Ludwig Matthey, Statthalter im Freienberg, und Or.sei der Domstift Basel Secretär,--eröffnen als Abgeordnete des Bischofs und der Domstift, bekanntlich

'"Fl fuhren zwischen Bischof Jakob Christof und der Stadt Biel ein Vergleich zn Stande gekommen,^ ^ssen Rath, Burger und Gemeinde von Biel die gebührende Huldigung geleistet haben. Nun habedj^^"^echlte Bischof Wilhelm von seinen Unterthanen die Huldigung ebenfalls eingenommen und sich zn^eigeu^"^ persönlich nach Biel begeben. Wider alles Erwarten aber haben die Bieler die Huldigung vcr-' ungeachtet der Bischof ihnen verheißen, ihre Privilegien, Freiheiten und Herkommen zu schüzen und