858 December 1607.
erzeigen würde. Die drei Orte zweifeln nicht im mindesten, Lucern habe zu Erhaltung von Frieden und Einigkeit siä> ^die milderen Mittel bereden lassen und den sesten Zusicherungen einiger „zwysachen" Personen vertraut, in der Hoffnung^werde AlleS beigelegt werden, weßhalb es in die zu Baden gestellten nachtheiligen Artikel eingewilligt und sodann diecntion des Beschlusses ans Andringe» Zürichs eingestellt habe, in der Meinung, ihnen, den drei Orten, dieses Verhakspäter auch beliebt zn machen i nun aber könne Luecrn erkennen, wie jene zwiefachen Leute ihre Versprechen gehaltenund wie viel Übel daraus erwachse, weil in Aaran, in Abwesenheit der katholischen Orte, etwas ganz Anderes besch^R"und sodann durch die evangelischen Gesandten ihre Glaubensgenossen in Bünden wieder eingesczt, de» bedrängtenaber geantwortet worden sei, sie haben ihrenthalben keine Austrüge! es sei übrigens unzweifelhaft, daß, wenn der ans ^Jahrrechnung zn Baden gefaßte Beschluß standhast cxequirt worden märe, man jezt aller Mühe, Sorge und Gefahrhoben wäre. Lucern möge es vielleicht ungern gesehen haben, daß die drei Orte lezte Monate' einige Zusammenkünfte ^halten haben, und glauben, sie haben hinter seinem Rüken etwas gehandelt in Sachen, die es ebenso gut angehen al^ ^Allerdings seien sie nach ihrem alten Brauch und Herkommen einige Male zusammen gekommen und haben ihre geinc^ennetbirgischen Sachen verhandelt, niemals aber etwas vorgenommen, ohne auch Lucern davon Kenntniß zu geben, wen»dabei interessirt gewesen sei. Da ans jüngster Tagleistnng zu Uri der Bischof von Chur, von der Weihung der K>rcl>e öUrsern zurükkehrend, unversehens erschienen und ihnen, wie er es zuvor in Lucern und in Baden gethan, sein Elendseinen betrübten Znstand geklagt und sie um Hülfe und Rath angehalten habe, habe» sie ihm, als ihrem Bundesge»o!>^die Audienz nicht abschlagen können noch wolle»! die vom Bischof als ersprießlich vorgeschlagenen Mittel habe» sieibrcr Meinung Lucern treulich mitgetheilt und um die Ausschreibung eines Vörtischen Tages nach Gersatt angesucht > ^darauf nach Lucern angesezten Tag haben sie gutwillig besucht, ungeachtet sie über diesen und über andere diese?gehrte, aber abgeschlagene Tagleistungen sich zu beschweren etwas Grund hätten, denn sie vermeinen, eS sei jedes Ortvorkommenden Falles Tagleistungen dahin auszuschreiben, wo man es am geeignetsten halte; das sei stets so geübt wen .wie aus den Acten der wichtigsten Geschäfte der Waldstätte zu ersehen sei; daher haben sie auch aus ein neu "»gela"^Schreiben des Bischoss abermals getaget und auch Lucern dazu eingeladen! es habe daher Lucern keinen Grund, . pOrten solches übel zu nehmen, sondern vielmehr Ursache, ihr treuherziges aufrichtiges Handeln anzuerkennen! sie hofstu "gens, man werde in brüderlicher Liebe gegen einander verbleiben und sich durch so unbedeutende Dinge nicht z»willen gegen einander bewegen lassen, vielmehr müsse man wohl zu Gemüth führen, was die starke Macht der gr'^dStädte, welche zu Erhaltung ihrer Freiheiten ebenfalls mit einander verbündet gewesen, zertrennt und unter dasJoch der Dienstbarkeit gebracht habe, wie hingegen das treue Znsammenhalten und die Einigkeit unserer frommenihrer Wohlfahrt und Erstarkung Ursache gewesen, wie die drei Orte im Jahr 1570 die in Lucern ausgebrochenen Ü""'in höchster Eile zu stillen sich bemüht haben, wozu sie gegebenen Falls auch fernerhin nach Vermöge» bereit seien! ^auch kein Volk unter der Sonne, mit dem sie lieber leben und handeln wollen, als mit Lucern und den übrigen katku"^^Orten. Deßhalb gehe ihr ganz dringendes Begehren dahin, Luccrn möchte zu Rettung der Ehre Gottes und des katho^'Glaubens, auch zu Schirmung des Bisthums und der Religionsgenossen in Bünden, die mit erhobenen Händen ihre V ,anrufe» und nächst Gott keine andere Zuversicht haben, sowie endlich zu Erhaltung unseres Regiments, Ehre unddiese Bitte wohl aufnehmen und dahin bedacht sein, mit ihnen in diesem Geschäft freundlich und eidgenössisch z»
Sollte diese ihre Bitte keinen Eingang finden, so müßten sie die Verantwortung für die daraus entstehenden Folgenwälze» und für vorkommende Fälle ihr ferneres Verhalten sich vorbehalten, sie hoffen aber ans eine willfährige Ant»""
Staatsarchiv Vucern, Acten: III Bi'm^'