Druckschrift 
5,1,a (1872) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1587 bis 1617
Entstehung
Seite
780
Einzelbild herunterladen
 

780

Mai 1606.

Heinrich, als Abgeordneter der Bnrger von Biel, antworten schriftlich: Die Stadt Biel wolle sichdem Bischof noch der Stadt Bern entgegenstellen und begehre nur, daß ihr gemäß Versprechen ihre FreiheitGerechtigkeiten und Privilegien von Bern speciell bestätigt werden und daß sie hinlängliche Versicherung ^halte, daß man sie in dem Stand belasse, wie sie zuvor gewesen sei; daher bedürfe es auch keines Rechtsund wenn die gewünschte Bestätigung nicht vorgehe, könne sie sich auch in keinen Vertrag über Säze einlassedenn sie könne an den Freiheiten, welche sie so lange ruhig besessen, nicht grübeln lassen oder daranrungen gestatten, weil sie dadurch aus einem beisizenden Ort zum Unterthan gemacht und von Allein, ^bisher ihre Zierde und ihr Hort gewesen, unverschuldet verstoßen würde, wofür sie von ihren Nachko»'»^ewig müßte geschmäht werden. Sie bitte also, man möchte ihr, der bedrängten, laut eidgenössischeinbeistehen und sie vor Zwang schüzen. Die bischöflichen Gesandten repliciren: damals, als das Tauschgesch^nicht habe vor sich gehen wollen, habe Bern die XII Orte um Hülfe angesucht, daher der Bischof sich ^wundern müsse, daß es bei gegenwärtigem Anstand nicht wieder bei denselben Entscheidung suche, sondernd»^Säze handeln lassen wolle; der Bischof könne nicht zu Säzen einwilligen, weil die Sache das Bisthuw ^treffe und dazu der Consens des Papstes, des Kaisers und des Domcapitels nöthig sei; wenn das Tauschtohne Abbruch gehalten werde, so sei der Bischof damit zufrieden und wolle dasselbe thun, wenn aber d»^Säze etwas daran sollte geändert werden, so habe er dazu einzuwilligen kein Recht; den Artikel dasthal betreffend, eigentlich die Hauptsache des Tausches, habe Bern noch nicht besiegelt, auch sei es sei»^Versprechen, Biel dahin zu vermögen, daß es das Tanschlibell annehme, noch nicht nachgekommen; Hieraskönne man entnehmen, wo die Sache steke; der Bischof übertrage nochmals den Handel den XII Ortenwolle deren Entschluß gerne erwarten; daß das Recht nicht laut Libell zu suchen, sei schon ans leztersazung genügend dargethan worden. Die Gesandten Berns, welche keine Vollmacht haben, den Handel ^XII Orten zum Entscheid zu übergeben, erklären, bei ihrem Vorschlage, beiderseits Säze zu ernennen, ^verbleiben. Nach langer Berathung wird endlich beschlossen, der Bischof sowohl als Bern sollen je drei Sch^richter aus der Eidgenossenschaft erwählen, die noch vor der Jahrrcchnung sich Solothnrn versammelnbei denen auch Abgeordnete der Stadt Biel sich einfinden sollen; nach Erdanrung des Tauschlibells, ^Verträge, Erklärungen und aller dieses Geschäft betreffenden Gewahrsamen sollen sie allen Fleiß anwendedie Parteien mit einander zu vereinbaren, dürfen aber, falls wider Erwarten kein Vergleich erhältlichkeinen rechtlichen Spruch erlassen, sondern sollen alsdann die Sache sammt ihren Verhandlungen auf die J^rechnung vor die Gesandten der XII Orte bringen, damit diese berathen können, was weiter vorzunehmenv. Der Bericht, daß zu Herisan im Lande Appenzell die Kirche, das Pfarrhaus, das Rathhaus undbei dreißig Firsten abgebrannt seien, wird, wie auch das daherige Unterstüzungsgesnch, in den Abschiednommen. t". und 15. (S. u. Luggarus). I». Nach Verlesung des Entschuldigungsschreibens der III>^(vom 27. April), worin sie mittheilen, warum sie gegenwärtige Tagsazung nicht besucht haben, und verlangt'daß jedes Ort schriftlich erkläre, was für Hülfe und Trost bei allen Vorfällen sie von ihm zu gewärtighaben, wird erkannt, es sollen Abschriften dieses Schreibens jedem Ort mitgetheilt werden; über das, ^sie auf leztem Beitag verhandelt haben, sollen die Bündner an Zürich zur Kenntnißgabe an die andernberichten; auf künftige Jahrrechnung soll dann jedes Ort seine Gesandten darüber instruiren, inzwischendie Bündner sich still und ruhig verhalten, über Mittel nachsinnen, wie ihnen geholfen werden könnte,dann selbe auf nächster Jahrrechnung eröffnen. I. Landammann Reding macht Anzug, vr. Johann Pistori^