«54 August 160Z,
hat Lucern gegenwärtigen Tag ausgeschrieben^ Nach Verlesung aller Berichte hält man die Abordnung einerGesandtschaft nach Wallis fiir dringend nöthig, um den Gemeinden zuzusprechen, ans Entfernung des calvini-schen Predigers zu dringen und fiir ungehinderten Zutritt der Kapuziner zu sorgen. Zu Berathnng der da-herigen Instruction wird ein anderer Tag auf den 18. August nach Lucern angesezt und Freibnrg und Solo-thurn auch dazu eingeladen. Inzwischen soll jedes Ort seine Gesandten ernennen, damit sie gleich ab demTag zu Lucern von oben her in's Wallis abgehen können. Dabei wird Freiburg ersucht, durch zuverlässigeKundschafter Alles, was im Wallis vorgeht, in Erfahrung zu bringen, was Lucer» und Nri auch thun werden.I». (S. n. Engelberg). Ans das Anmuthen des französischen Ambassadors, betreffend Steigerung derfranzösischen Geldsorten fiir die schuldigen Zahlungen, will man nicht eintreten. Freiburg und Solothurn wirddieser Beschluß ebenfalls mitgetheilt, damit sie auch dazu stimmen. Wegen der übrigen Münzen in der Eid-genossenschaft soll nächstens eine ordentliche Reformation gemacht werden. «I. Es wird an Bezahlung derausstehenden spanischen Pensionen und der Studenten im königlichen Stipendium zu Mayland erinnert.«. Auch wird über Wiederaufrichtnng der „Condncta" (Transit) der Waaren durch die katholischen Orte undüber Verbesserung der Straße von Magadino nach Luino am Langensee verhandelt und nach Mayland darübergeschrieben.
Man sehe auch im Abschnitte Schirmortsangelegenheitcn:
Schirmvogtei Engelberg. >» Art. IM.
Di« Gesandten aus dem Schwyzer Exemplar.
Zu «. Bei den Acten liegt eine Instruction, welche Lucern im Namen der VI katholischen Orte seinem GesandtenJakob Sonnenberg an den Gubernator Graf de FuenteS in Mayland mitgab, 4. August 16l)g. Gemäß dieser Instructionhatte der Gesandte zu unterhandeln bezüglich der Religionsangelegenheiten im Wallis, der Wiederöffnung des Transits,der Zahlung der ausstehenden Pensionen und Stipendien und der Verbesserung der Straße am Langensee.
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Verhandlungen der Abgeordneten der Vll katholischen Orte mit Wallis.
Wallis. 100!!. 8. bis 20. Äugusl.
Ataatearehi» Lueern. Beten: Wallt».
Gesandte: Lucern. Ludwig Schürpf, Ritter, Schultheiß. Ur i. Peter GiSler, Ritter, alt-Landammann.Schwyz. Balthasar Kyd, Ritter, Sekelmeister. Unterwalde n. Hauptmann Melchior Jmfeld, Ritter, er-wählter Landvogt nach Lanis, des Raths, von Obwalden; Hauptmann Johannes Leu, Sekelmeister und deSRaths, von Nidwalden. Zug. Hauptmann HanS Jakob Stocker, Ammann. Freibürg. Heinrich Lam-berger, Bürgermeister und des Raths. Solothurn. Hauptmann Wilhelm Schwaller, des Raths.
». Da durch einige Calvinisten im Wallis, besonders zu Sitten, Sidcrs und Lenk, eigenmächtig undohne Bewilligung der Obrigkeit ein Prediger und Schulmeister aus Genf berufen worden war, hatte derBischof zu Sitte», als Graf und Präfect im Wallis, den Landrath versammelt, um diesen schädlichen Neue-rungen zuvorzukommen, wogegen die Seelischen bei ihren ReligionSvcrwandten, nämlich den IV evangelischenStädten, ausgewirkt, daß diese sammt den III Bünden sich in's Mittel legten. Diese haben dann durch glatteSVorgeben ziemlich viel erhalten. Nachdem aber die niit Wallis verbündeten katholischen Orte von diese»