Juni und Juli 1603.
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artikel gibt und dringend bittet, zu Vermeidung schlimmer Folge» de» Friede» so bald möglich abzuschließen.Diese Communication wird unter Mittheilung der Sachlage und der bis zur Ratification fertigen FriedcnS-artikel angemessen verdankt.
VI. Cvnfereuz, 2./I2. Juli. Nachdem bereits drei Tage iiber den versprochenen Termin die Ratificationund Antwort des Herzogs aus sich hatte warten lasse», berufen die savohischen Abgeordneten die Gesandten derfknf Orte und der Stadt Genf wieder nach St. Julien, entschuldigen die lange Verzögerung und melden, daß
Herzog die Fricdcnsartikel der Substanz nach angenommen habe und nur in der Form der drei nachbe-»aimten Artikel eine bessere Erläuterung wünsche, nämlich 1. daß im lezten Artikel statt „zwischen Ihr Fürstl.Durchlaucht und der Stadt Genf soll ein steter cwigwährcndcr Frieden sein", gesezt werde, die von Genf sollen>u dem zu Vcrvins aufgerichteten ewige» Frieden begriffen sein; 2. daß die Freiheit von Taillcs oder Steuern»ur von den Gütern, welche die Genfer auf savohischem Gebiet gegenwärtig besizcn, nicht aber von denen,welche sie in Zukunft exwerben möchten, zu verstehen sei; 3. daß die von Genf vcrmöge dieses Tractats nnrvon des Herzogs gemeinen Zöllen, nicht aber auch von denen seiner Edellente exenit sein sollen. Die GenferDeputirten finden diese neuen Einwürfe etwas sonderbar, um so mehr, da die savohischen Abgeordnete» bei derFviedenstractation vollkommene Vollmachten gehabt haben und da ihnen, den Genfer Deputirten, versichertworden sei, daß man sich nach Aufgeben der vier von ihnen ursprünglich begehrten Artikel über die andern bald^ständigen würde. Des Herzogs Abgeordnete entgegnen, daß sie Alles nnr unter Ratificationsvorbehalt ihresFürsten tractirt haben, daß derselbe die fraglichen drei Artikel ohne die vorgeschlagene NedactionSänderungZuzunehmen Bedenken trage, da namentlich unter dem ersten eine stillschweigende Verzichtlcistnng seiner An-spriiche auf die Stadt Genf verborgen sei. Die eidgenössischen Gesandten geben zu verstehen, daß sie an dieser^vzögerung, diesen unverhofften neuen Bedenken wenig Gefallen habe», und bitten ernst-freundlich, die Sacheöu gutem Ende kommen zu lassen, ansonst sie, da sie nun schon lange in großen Unkosten von Hause entfernt^wn, abreise» und die Verantwortung für die ans dem Zerschlagen deS Friedens entstehende» Folge» ans dieUrheber schieben müßten. Nachdem sie zum Schluß noch Mittel zu einer Vcrgleichung angedeutet haben, wird
Siznng ans morgen vertagt und der publicirtc Waffenstillstand auf zwei Tage verlängert. Am folgendenDage bemerken die savohischen Abgeordneten, daß sie die gestern angedeuteten Mittel dem Herzog hinterbringenwüsscn, was mit Befremden vernommen wird, weil dieses die Sache um wenigstens sechs bis sieben Tage""'zögert hätte und weil man darin eine absichtliche Verschleppung zu erbliken glaubte. Daher wird den sa-udische,, Abgeordneten zu wissen gethan, daß ihr Vorhaben ganz unnöthig erscheine und daß sie ihrer ZusageÜ"»äß am angcsezten Tag an der Confcrcnz sich betheiligen möchten.
VII. Confercnz, 4./14. Juli. Die savohischen Abgeordneten, nachdem sie erörtert, daß alle Friedcnsartikcl"ur auf der Genfer Vorthcil gerichtet seien, und daß man ohne Vorwissen deS Königs von Frankreich nicht"witer schreiten könne, wollen den.Genfern die Wahl unter folgenden drei Vorschlägen lassen, nämlich entweder
Artikel, daß sie im Frieden von VervinS begriffen sein sollen, gelten zu lassen, oder auf drei Monate einenZustand zu machen, oder endlich einen i»v<Ic! vivrv ans einige Jahre unter den bereits zwischen ihnen ver-Eichenen Conditionen anznnchmcn; sie bemerken, der Herzog habe bereits genug nachgegeben und nur aus^üksicht für die eidgenössischen Gesandten so viel getban. Gegenüber der Bcsorgniß der Genfer, cS möchte eine^Wimliche Bst oder Gefährde hinter dem Artikel des vcrvin'schcn Einschlusses steken, da sie in diesem Frieden5chvn begriffen seien, bethenern die savohischen Abgeordneten bei ihrer Ehre und ihren! Seelenheil, daß sie es