October 1603. KK?
daß sie aber nichts desto weniger den Biindncrn stets allen geneigten Willen zu erzeigen gesonnen seien"ud daß man mit dem spanischen Ambassadvr darüber in Unterhandlung treten möchte, — wird ein Ausschußden Ambassadvr Casale abgeordnet, nm ihm geziemende Vorstellungen zu machen. Dieser gibt folgenden.Heid: Der Herzog sei befugt, den Transit der Waaren durchgehen zu lassen, wo er wolle, darin habe ihmjemand etwas vorzuschreiben; an der erfolgten Sperre tragen die Bündncr selbst die Schuld, daher wolle^ Herzog nichts mehr mit ihnen zu thnn haben; er habe nie im Sinne gehabt, die Bündncr zu überfallen,er die Eidgenossen etwas Unfreundliches vorzunehmen, sonst würde er eine andere Macht (mehr Mann-est) hjj. Ganzen gelegt haben; die Bündncr haben bei Abschlicßung der Vcrcinnng mit Frankreich dem' erzog einen Revers zu geben versprochen, daß sie in diesem Bündniß das Haus Moyland vorbehalten und^»kreich den Durchpaß Nicht gestatten wollen; als aber der Herzog seinen Secrctär nach Bünden geschikte, um diesen Revers abzuholen, sei ihm ungebührlich begegnet worden; die Bündncr haben des Königs"wschaft und Nachbarschaft ausgeschlagen und sich dagegen mit Venedig verbunden, woraus man ihre nach-^ >che Gesinnung entnehmen könne und auch den Grund, warum ihnen der Verkehr abgeschlagen worden sei;ganze Schuld müsse er ans die Bündner wälzen; wenn sie übrigens eine Gesandtschaft an den Herzogund ihn geziemend um Aufhebung dieser Neuerung bitten würden, möchte derselbe sich vielleicht milde^«geu. Die Gesandten der IV Städte und Mithaftcn drüken darauf ihre Verwunderung aus, daß denmißrathen werde, durch Schreiben oder Gesandtschaft sich an den Herzog zu wenden, und schlagensoll' Bittschreiben an ihn zu erlassen, was aber gemeinsam geschehen müsse, wenn es von Wirkung seinsej> ^^ließlich bemerken die Gesandten der katholischen Orte, sie würden mit Vollmachten versehen wordenwenn ihren Obrigkeiten eine Abschrift der Beschwerden der Bündner mitgetheilt worden wäre; noch seien^ iluruhe» und Zwistigkeiten der Bündner in frischem Andenken, ans denen den Eidgenossen so große Kosten^ " gen seien, und nun möchten sie wieder mit ihren Nachbarn Händel anfangen; Ehrgeiz und Eigennuz seitelnd^ch^ ihrer Empörungen, und wenn man ihnen in ihren Nöthen beibringen wolle, so seien die vermit-en Gesandten jewcilen ihres Leibes und Lebens nicht sicher; hätten sie den mayländischen Gesandten seinemde« iwmäß empfangen und sich nicht so schmählich gegen ihn benommen, so wären sie, auch wenn sie ihm" gtevers nicht gegeben, dennoch nicht in die gegenwärtige schlimme Lage gerathen; zur Zeit der leztcn^wuug HM Moyland viele Tausende ihrer Angehörigen erhalten; da sie sich ihre Lage durch ihr eigeneszugezogen, so sei »och gar nicht nöthig, daß man ihnen sogleich beispringe, denn die Bünde sagenwa» ' ^ einem Theil nur dann beizustehen schuldig sei, wenn er widerrechtlich angefochten werde;
katholischen Orteil diese ihre wohlgemeinten Äußerungen nicht übel aufnehmen; wenn die>, ^ Zukunft wieder ein Bündniß abzuschließen vorhaben, mögen sie zuvor die Cvnsegucnzcn davon wohlder ^"dlich wird der Vorschlag in den Abschied genommen, Gesandte von Zürich und Luccrn im NamenÄerl ^ zugewandten Orte nach Moyland zu schikcn, um den Herzog zu Herstellung des freien
i>/ ^Zuter Nachbarschaft zu bewegen. «H. Der französische Ambassadvr eröffnet vor den Gesandten
u»d ^ zugewandten Orte, er sei beauftragt, im Namen des Königs den Eidgenossen allen Beistand
Dienst anzubieten; bei dieser Gelegenheit erinnere er an das ans lezter Tagsazung an die Eidgenossende/ ^ Begehren, den französischen Gold- und Silbermünzen ans ihrem Gebiete denselben Cnrs zu gestatten," diese in Frankreich haben; die Preiserhöhung der Münzen sei übrigens gar nicht ungerecht, wenn man" sichtige, wie seit ungefähr dreißig Jahren deren Werth um den fünften oder sechsten Theil sich vermindert