Juli !K01.
anderer Hülfe unterstüzeu. Weil man sich dieses Anzugs nicht verschen hat, wird er in de» Abschied genommen,und hievon den kaiserlichen Gesandten durch eine Abordnung Mittheilung gemacht, o. Der französische Am-bassador, Herr von Vic, eröffnet, er hege großes Verlangen, die Vereinigung und mit derselben der EidgenossenWohlfahrt zu befördern, und würde kein Bedenken tragen, für die Eidgenossenschaft sein Blut zu versprizen;daher thne es ihm so wehe, daß das, was er laut seiner Instruction versprochen habe, noch nicht in Ausführunggebracht worden sei; die Ankunft der Bevollmächtigten zur Abschließnng der Vereinnng und zur Liquidirungder Schulden habe sich so lange verzögert, weil der eine, der Herzog von Biron, gemäß des zu Lyon am17. Januar mit Savoyen abgeschlossenen Friedens zu Empfangnahme der Citadelle zu Bonrg und Versicherungder übrigen, seiner Statthalterschaft in Burgund angehörigen Festungen in Bresse habe bleiben müssen, und derandere, der Herr von Sillery, wegen der Friedensverhandlungen zu Lyon aufgehalten worden sei. Es wäreunbillig gewesen, diese beiden Herren, die schon längst zu diesem Geschäft ernannt worden, der Ehre, die Verei-nung abzuschließen, zu berauben, und zwar, weil der eine im savoyischen Krieg durch Tapferkeit, der andereaber in der Friedenshandlung dem König nicht geringe Dienste erwiesen habe. Es sei ihm leid, daß die ver-sprochene Bezahlung der Ansprachen sich so lange verzögere, es sei dieses aber nicht des Königs Wille, sondernandern Hindernissen, ja der Unmöglichkeit selbst, zuzuschreiben. Hierauf wird dem Ambassador erklärt, manhabe mit Verwundern und Bedanern vernommen, daß man sich an sein Vorgeben nicht halten könne; soferner nichts anderes vorzubringen habe, sei man ausdrüklich instruirt, mit allem Ernst über diesen langwierigenHandel zu beratschlagen, weil die Eidgenossen nunmehr (lange genug) geäfft und „by der Nasen vmbgefürt worden."Auf die Erklärung des Ambassadors, daß bei scchsthalb *) Tonnen Gold zu Svlothnrn bereit liegen, und daß Herrvon Sillery bis Ende dieses Monats auch dort ankommen werde, wird ihm bemerkt, man werde noch bisMitte August Geduld tragen, dann aber, wenn auch da noch keine Satisfaction erfolgt sein würde, auf einergemeineidgenössischen Tagsaznng das Weitere beschließen. «I. In Betreff des langwierigen Tauschhandels umBiel wird, nach sachbezüglichen Erörterungen ab Seite Berns und des Bischofs, welche beide bei dem Tauschzu verbleiben prätendiren, nnd in Berüksichtigung, daß dieser Tausch von Papst, Kaiser und Domcapitel bestätigtworden, von den zehn Orten der Vertrag in allen seinen Artikeln zu Kräften erkennt; die Frage aber überden sernern Beisiz Biels als zugewandtes Ort wird in den Abschied genommen, nachdem die Gesandten vonBiel in eindringlichem Vortrage gebeten, die Stadt bei ihren alten wohlhcrgebrachten Übungen, Rechten undGerechtigkeiten, besonders bei ihren Bünden und ihrem Ehrensiz als zugewandtes Ort, und bei dem ewigenFrieden »nd der Vereinung mit Frankreich zu schüzcn und zu schirmen, und nachdem Freiburg und Solothurnersucht worden, nichts vorzunehmen, sondern den Ausgang der Sache abzuwarten. Der Gesandte derFreigrafschast Burgund, Pompejns Bcnoyt, eröffnet vor gemeiner Session, er habe vom Gnbernator und vomganzen Parlament zu Dnle den Auftrag, den Eidgenossen die Versicherung zu geben, daß die Grafschaft dieuralte Freundschaft »nd Erbcinung mit ihnen unverbrüchlich zu erhalten wünsche, daß sie ihnen auch alle darausfließenden Vortheile, freien Paß für Handel und Gewerbe und alles dasjenige unverkümmcrt gewähren werde,was zu beider Theile Nuzen und Erhaltung erforderlich sei; die Grafschaft wünsche aber, daß die Eidgenossenbei der projectirten Erneuerung des Bündnisses mit Frankreich die Erbeinung, als ihr ältestes Bündniß, aus-drüklich vorbehalten, und daher dieses Gesuch in den Abschied nehmen, auf daß den Gesandten für die Ver-handlungen selbst angemessene Instructionen ertheilt werden. Dem Gesandte» werden seiner Committcnten*) „Es soll 7'/» Thonen heißen." Rnndliemcrkung im BaSler Exemplar.