Juli 1601.
Gemein-eidgenössische Jahrrechnungs-Tagsazung der XIII und zugewandten Orte.
Maden. IK0I, 1. Juli (auf Sonntag nach Johannis Baptistä).
Staatsarchiv Lucern: Allg. Abschied« .1.7. Ikt. — Staatsarchiv Altrich: Abschiedbd. tZ4, S. >b4. — KantonSarchiv i» Aara»: Abschiedbd. X. lZ.
Gesandte: Zürich. Konrad Großmann, Burgermeister; Heinrich Bräm, Pannerherr und des Raths.Bern. Hans Rudolf Sager, Schultheiß; David Tscharner, des Raths. Lucern. Jost Pfysfer, Ritter,Schultheiß; Wilhelm Balthasar, des Raths. Uri. Hans Jakob Troger, Ritter, Landammann; Werner Käs,des Raths. Schwyz. Sebastian Büeler, Landammann; Hans Büri, des Raths. Unterwalden. Sebastianvon Büren, Statthalter und des Raths, von Nidwalden. Zug. Hauptmann Beat Jakob Frey; HauptmannHans Nußbaumer, beide des Raths. Glarus. Michael Bäldi, Landammann. Basel. Andreas Nyff;Sebastian Beck, beide des Raths. Frei bürg. Hans Python, Sekelmeister; Hans Ulrich Wild, beide desRaths. Solothurn. Petermann Sury, Sekelmeister und des Raths; Hans Georg Wagner, Stadtschreiber.Schaffhausen. Georg Mäder, Burgermeister. Appenzell. Johannes von Heimen, Landammann, vonJnner-Rhodeu; Paulus Gartenhauser, Landammann, von Außer-Rhoden.
Abt von St. Gallen. Georg Jonas, Kanzler. Stadt St. Gallen. Kaspar Rotmund, des Raths;Hans Jakob Widenhuber, Stadtschreiber. III Bünde. Hartmann de Hartmannis, des Raths. Wallis.(Nicht vertreten). Rottweil. (Nicht vertreten). Biel. Hans Aprel, Sekelmeister; Martin Scholl, Stadt-schreiber.
(S. u. Thurgau). I». Die kaiserlichen Gesandten, HanS Ludwig von Heideck, Waldvogt der Herr-schaft Hauenstein und Schultheiß zu Waldshut, und Bonaventura Bodecker, kaiserlicher Rath, übergeben ihreCredenzbriefe und eröffnen hierauf: Der Erbfeind der Christen habe im verflossenen Herbst die wichtige FestungKanisa nach langer Belagerung erobert und sich dadurch de» Paß und freien Zugang nach Steyermark, Bayern,Tyrol und der Eidgenossenschaft selbst geöffnet. Weil nun die Noth von Tag zu Tag zunehme, so sei ihreernstliche Bitte, die Eidgenossen möchten, gleichwie die Kurfürsten, Fürsten und Stände im Reich ihrerseitsbereits gethau haben, zu Abtreibung des grausamen türkischen „Bluthundts" und zu Hemmung des fernern Vor-rükens seiner Heeresmacht ebenfalls ihre hilfreiche und „wohlersprießliche" Hand bieten; denn wenn einmaldie wichtige Vormauer der Christenheit, Ungarn oder gar Wien, in des Feindes Hände gefallen, so würdennicht allein des Kaisers Länder und Leute, sondern auch die christliche Religion, Ehre, Heil und Wohlfahrt zuGrunde gehe», Alles in die mahomedanische Leibeigenschaft gebracht und das ganze Vaterland in unaussprech-liches Unglük versezt werden, wie man in den von den Türken bereits eroberten Ländern sehen könne. Scheinees auch auf den ersten Blik, als sei dieser grimmige Feind noch weit von den eidgenössischen Glänzen, so seidoch bekannt, daß solche, von denen er vor noch nicht langer Zeit noch eben so weit entfernt gewesen, nuntäglich einen Ueberfall besorgen müssen. Demnach sei die höchste Zeit, sich gemeinsam zu verständigen, wie mandie täglich wachsende Gefahr von sich halten und diesem blutdürstigen Feinde mit Nachdruk begegnen könne.Sollten die Eidgenossen zuschauen, bis er sich der Donau und der an diesem Strom gelegenen Festungen be-mächtiget habe, so würde nicht allein ihr Handel mit Deutschland unterbrochen, sondern dieser unersättlicheBluthund würde ihnen alsdann nur um so schwerer auf den Hals fallen. Der Kaiser erwarte daher, dieEidgenossen werden nach dem Beispiel der christlichen Fürsten und Stände ihn mit Mannschaft, Geld oder