Februar ll>00.
525
Hausen. Georg Mäder, Bürgermeister. Appenzell Außer-R Hoden. Sebastian Thöring, Landamman».St. Gallen. Leonhard Bastard, Baumeister und des Raths.
Bern hatte diesen Tag ausgeschrieben, um auf das Schreiben der evangelischen und zugewandten Orteab der Tagleistung in Ziirich in der Bieler Angelegenheit zu antworten. Nun eröffnen die bernischen Ge-sandten nach vorgängiger Entschuldigung ihrer Obern wegen der Säumniß, man werde sich wohl zu erinnernwissen, was auf dem Tage zu Bern in dieser Sache verhandelt worden und was Bern nach Einsicht des Ent-wurfs des Tanschlibells geantwortet habe; zu dem, was zwischen Bern und dem Bischof gehandelt worden,seien sie beiderseits befugt gewesen; es sei dabei aufrichtig und ordentlich zugegangen, ohne die Absicht, Je-manden zu beeinträchtigen oder Biel von seinen Freiheiten, seinem Bund, Bnrgrecht und altem Herkommen(da ihm ja dieses Alles im Tauschvertrag vorbehalten werde) zu verdrängen; Bern könne daher ohne Ver-leznng seiner Ehre von dem Tausch, der vom Papst und vom Kaiser bereits ratificirt sei, nicht abgehen. Eshabe gehofft, man werde es dabei bleiben und denen von Biel die Weisung zugehen lassen, dasjenige, was siebisher dem Bischof schuldig gewesen, nunmehr Bern zu leisten; da man nun aber wider Berhoffen mit derSache sich weiter beladen und es nochmals gebeten habe, den Bielern die Losung des Tausches zu bewilligen,oder sonst in der Sache mittel» zu lassen, so habe das Bern sehr befremdet und deßhalb haben sie, die Ge-sandten, von Räthen und Burgern den Auftrag, ganz freundlich und eidgenössisch zu bitten, von dem gestelltenBegehren abzustehen, denn Bern wolle und könne in Ehren von diesem Tauschhandel nicht abgehen; es seiüberzeugt, daß die evangelischen Orte dieser Sache wegen gerne nnbelästiget wären, wenn ihnen die von Bielnicht stets nachlaufen würden. Gesezt aber auch, man wollte denen von Biel die Losung des Tausches bewil-lige», so könnten sie weder an Leuten noch an Gut etwas dagegen einsezen, denn sie seien ohnehin verpflichtet,in ihren Kosten Bern in seinen Nöthen beizustehen; ferner habe Bern schon vor dem Tausch einen „hübschen"Zoll, einen jährlichen Zins von jedem Haus und alle Rechte bezüglich der malefizischen Personen daselbstbesessen. Die Hauptveranlassnng aber zu diesem Tausch sei der Span zwischen Bern und dem Bischof wegender evangelischen Religion im Münsterthal gewesen, indem der Bischof seinen dortigen Unterthanen seine Re-ligion habe aufdringen wollen, weßhalb bei 400 Mann bei Bern um Schirm angehalten haben. Nun habesich Bern viele Mühe für sie beim Bischof gegeben; weil diesem aber in den Burgrcchten und andern Ver-trägen alle geistliche und weltliche Obrigkeit stets vorbehalten worden, habe Bern es ihm nicht wehren können,seine Religion daselbst aufrecht zu erhalten; inzwischen sei ihm dieser Tausch unverhofft angetragen worden,und es habe in der Meinung, es sei das ein gutes Mittel, den gute» Leuten im Münsterthal beholfen zusein, um so bereitwilliger in den Tausch sich eingelassen; durch dei, Vertrag nämlich werde die evangelischeReligion im Münsterthal für immer gesichert, indem die Prüfung und Ernennung der fünf PrÄdicanten daselbstBern zustehe und die Prädicanten eine eigene Congregation haben dürfen; dagegen habe Bern das Burgrechtim Münstcrthal aufsagen müssen und dadurch bei 400 Mann nebst verschiedenen Gefällen verloren. Aus allendiesen Gründen könne es von dem Tausch nicht abgehen und bitte, diesen Abschlag nicht übel aufzunehmen. ^Dieser Bescheid wird um so mehr init Verwunderung vernommen, da die von Biel bewiesen haben, daß derBischof mehr Rechte über sie hingebe, als er selbst besize, und da dem Tauschlibell zufolge Biel schwerlich beimBnrgrecht mit Bern, Freiburg und Solothnrn verbleiben könnte nnd seine Freiheiten, seinen eidgenössischenBund und Stand als zugewandtes Ort einbüßen würde. Daher wird Bern dringend ersucht, seine Religions-genossen, die es gewiß gut meinen, vermitteln zu lassen. Die Gesandten BcrnS sprechen ihr Befremden aus,