Druckschrift 
5,1,a (1872) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1587 bis 1617
Entstehung
Seite
381
Einzelbild herunterladen
 

Juli bis Oktober 1595.

Aus Pvliguy erließe» sie am 18. August ei» nochmaliges Gesuch an den König um beförderliche Audienz,vorauf er ihnen ain 19. August ans dem Lager zu Conliöge antwortete, daß er wichtiger Geschäfte wegen"ach Lyon reisen mitsse, aber innerhalb sechs Tagen in Villefranche, in der Nähe von Lyon, eintreffen und^ mit den schweizerischen Angelegenheiten vertrauten Herren von Belliövre und von Sillery dorthin mitbringenkerbe; die Gesandten möchten auch dorthin lommen, um mit den Unterhandlungen zu beginnen; inzwischenhabe er sein Heer in diese Gegend beordert; daselbst werden sie auch seinen Better, den Connetable von Mont-'"vrancy, antreffen. Da die bnrgnndischcn Dcpntirten nicht Willens waren, ohne fernere Versicherung dorthin^'ch zu begeben, wurden ihnen vom Connetable ans Anhalten der Gesandten andere Pässe (mit Begleitschreiben""s Lo»s-le-Saulnier vom 2t). Angnst) zugeschikt. Am 22. Anglist traten die Gesandten ihre Reise nach Ville-^anche an, wo sie am 25. eintrafen und durch einen Abgesandten des Königs am folgenden Tage nach Lyon^gleitet wurden.

Am 29. August endlich gelangten sie zur Audienz beiin König, dem sie unter Überreichung ihres schrift-^chcn Vortrags Folgendes eröffnen: Nachdem die XIII Orte der Eidgenossenschaft zu ihrem innigen Bedauern^Wommen, daß der König mit Heeresmacht in die Freigrafschaft einzufallen und dieselbe zn schädigen vor-Hobe, dessen sie sich keineswegs versehen, weil dieses der Neutralität, dem ewigen Frieden und andern Ver-^»»nnissen, insbesondere der Erbeinnng zwischen den Eidgenossen und beiden Hänsern Österreich und Burgund^«Zlich entgegen sei, so habe die Eidgenossenschaft, da ein Krieg an ähren Gränzen nnd in den anstoßendenändern ihr zum höchsten Schaden gereiche, sie an ihn abgeordnet, um Mittel und Wege zn einem beständigenWieden zu suchen. Sie bitten nun ihn, den Gott mit allen Tugenden hoch begäbet habe nnd der als fried-^bender Fitrst und als Schirmer der Gerechtigkeit geachtet werde, ganz dcmiithig, Anordnungen zu treffen,^ dieser schwere Krieg von benannten Orten abgewendet nnd die alte Neuträlität aufrecht erhalten werde,Kvz» sie aus schuldiger Pflicht gerne mithelfen wollen; einen gleichen Auftrag haben sie bei Ihrer Mayestät^lienpartei auszurichten. Darauf antwortete der König: Er danke den Gesandten und ihren Obern für die^»Sdrlike ihrer geneigten guten Gesinnung und bitte sie, gleicher Freundschaft und Wohlmeinnng auch von^'"er Seite sich zu versehen; er traue ihrer Billigkeit nnd Weisheit zu, daß sie den Ursprung all'dieser KriegeK°hl einsehen werden, die durch die Practiken des Königs von Spanien zwischen seinen Unterthanen unbilliger^se gefiihrt worden, mit solcher Vermessenheit, daß sie den Namen und die Dignität, die ihm als KönigTebiihre,jcht anerkennen wollen; er habe genugsam erfahren, wie sich die in der Grafschaft verhalten, wie sie!ei»e Diener tractirt und seinen Feinden Gunst und Beistand geleistet haben, weßhalb er gemäß KriegSrechteS^gen sie sg verfahren könnte, daß seine Feinde der von daher gezogenen Vortheile beraubt würden; aus gc-kohnter Giite und Milde jedoch habe er es gelitten und seinen Befehlshabern ausdrüklich befohlen, das Ver-^Ninmiß der Neutralität zu halten, und dieses wäre auch geschehen, wenn nicht die Feinde stets mit ihren^octikcn, die sie offen im Herzogthnm getrieben, ihn gezwungen hätten, dasselbe in der Grafschaft zn thun

dem in seine Lande eingedrungenen feindlichen Heere nachzujagen; nun versehe er sich zn den Eidgenossen,Kwcn guten Freunden und Bundesgenossen, daß sie sich nicht zu etwas ihm Nachtheiligem werden gebrauchenoflen; es sei aber Vonnöthen, daß man ans die List und Künste der Feinde wohl Acht gebe, welche ihre Güte^brauchen und von der rechte» Intention sie abwendig machen möchten; vermöge ihrer Weisheit und an-körne» Gerechtigkeit werden sie wohl die Mittel, solchem zu begegnen, ausfindig mache»; wenn man ihm'sie vortrage, werde er den Gesandten, ihren Herren und Obern und Jedem zn verstehen geben, wie viel er