380
Juli bis October 1SS5.
mittlung der eidgenössischen Gesandten gebaut habe und nun diese Mittheilnng mache, damit diese mit alle»Mitteln eilen, von der feindlichen Grausamkeit sie zu retten; wenn dieses nicht eiligst geschähe, so müßte siezu ihrer Rettung zu den Waffen ihre Zuflucht nehmen; man möchte daher die Negotiationen beschleunige»'Im dritten Schreiben (10. August) verdankt die Stadt die Bemühungen der Gesandten zu Verhinderung desVorrükens der feindlichen Macht, ferner die ihr zur Bestellung übersandten Briese an die beiden Obersten »»dbittet, die Gesandten möchten sich beeilen, daniit der Feind, der schon viele Pläze in der Nähe der Stadt bese,flhabe, nicht weiter vorbreche und ihr nicht ein ähnliches Schicksal, wie denen von Arbois, zustoße. Mit Z"'schrift (aus dem Lager zu Montagney, vom II. August) meldet endlich König Heinrich den Gesandten, daß ^es sich gefallen lasse, wenn sie Abgeordnete der Stadt D»le mitbringen, indem er wünsche, daß die Sache z"beiden Theilen mit gutem Nathschlag verhandelt würde; inzwischen möchten sie nach Satins sich begeben, wo-selbst sie vernehmen werden, wo sie ihn treffen können; und weil die Sache wichtig und Vonnöthen sei, ^die vornehmsten Anwälte der Krone dabei seien, so lasse er den Großkanzler sammt einigen andern Räche"kommen; er hoffe, sie werden viel Nüzliches schaffen, da es auch an ihm nicht fehlen werde.
Am 12. August reisten dann die Gesandten nach Satins, um dort auf fernern Bescheid zu warten.erhalten sie vom König wiederum ein Schreiben (auS dem Lager zu Poligny, vom 13.August), worin er swam folgenden Tag nach Poligny zu kommen bittet; er werde nach Lons-le-Saulnier reisen, von wo auS ^ihnen das Weitere mittheilen wolle, und hoffe, daß die Gelegenheit sie zu sehen nicht mehr lange sich verziehe"werde, auch hätte sie sich nicht so lange verzogen, wenn er sie nicht der Ungelegenheiten der Herbergen hätteentheben wollen; für ihre erzeigte Geduld werde er ihnen persönlich danken. Vor Empfang dieser Znsw^lhatten die Gesandten von SalinS aus am 13. August an den König geschrieben, sie seien auf seinen W»>"nach SalinS gekommen, um hier seine weitern Anordnungen abzuwarten, und bitten, ihnen bei nächster Gelegenheit den Ort, den er für die Verhandlungen geeignet erachte, zu wissen zu thun, damit das Werk, desseRwegen sie abgeordnet worden, beginnen könne.
Nach Empfang des königlichen Schreibens vom 13. August verfügten sie sich am 15. August nachligny, von wo aus sie nochmals um Beförderung der Sache ersuchten und darauf eine Antwort (ausde>"Lager zu Domblans, vom 17. August) erhielten, worin der König bedauert, sie noch nicht sehen zu könne"-und ihnen die Ankunft des obersten Hofmeisters, Herrn von Montglat, ankündigt, der ihnen die Ursachen » hauseinander sezen werde. Als Antwort darauf erließen dann die Gesandten ein Schreiben (Poligny, 1?. A»g"ldes Inhalts an den König: AuS dem durch Herrn von Montglat überbrachten Schreiben entnehmen sie,sie noch einige Tage hier verharren sollen, allein sie müssen bitten, z» Anhörung ihres Vortrags am folge"Tage ihnen Audienz zu geben, da sie von ihren Herren und Obern den ausdrüklichen Befehl haben, so bald n>ögihre Commission auszurichten, und weil die Bewohner dieser Lande mit Ungeduld sie dazu drängen; sol^aber in der angegebenen Zeit sie anzuhören nicht Gelegenheit haben, so möchte er wenigstens seiner Ar>»ebefehle», die Freigrasschaft nicht weiter zu beschädigen, da sie dann gerne bereit wären, auf seinen f^'"^Bescheid so lange zu warten, als ihm gefallen würde; in Betreff der Obersten wollen sie ihm selbst erläutee'-daß sie dem Beschluß zu Baden keineswegs zuwider gehandelt haben. Während die Gesandten in Pol'gwarten mußten, erhielten sie von der Stadt Salins ein Dankschreiben für ihre Mühe und Arbeit, welches nangemessen erwiderten. Ferner wurden zu ihnen drei Räthe des burgundischen Parlaments abgeordnet (Creditiv aus Düte, 14. August), um ihnen bei ihren Unterhandlungen an die Hand zu gehen.