374 Juni 1595.
Frankreich und der Grafschaft Burgund und erzählen, wie sie von der liguischen Partei geplündert, Übel tractirtund gefangen genommen worden seien und was der König dann bei ihrem Zusammentreffen mit ihm in Trohesam 31. Mai ihnen für einen Bescheid gegeben habe, nämlich, daß er wegen der bewaffneten Unterstüzuug derGrafschaft Burgund und Begünstigung des Herzogs du Maine durch den König von Spanien endlich genöthigtworden sei, die Waffen gegen die Grafschaft zu ergreifen, welche die Neutralität selber gebrochen habe, daßer aber jederzeit bereit sei, der Bitte der Eidgenossen zu willfahre», damit das Herzogthum und die Grassch»ftvon den Kriegsnnruhe» erlöset werden, wenn der König von Spanien und seine Anhänger sich zu gleicheBilligkeit verstehen; er erwarte, die Eidgenossen werden, wenn der König von Spanien die Feindseligkeiten inBurgund nicht einstellen wolle, dann mit allen ihnen zu Gebot stehenden Mitteln ihm Beistand leisten, »'»den Krieg zu beendigen. Nach Anhörung aller dieser Borträge werden sechs Gesandte bezeichnet, welche de»französischen Ambassador und die burgundischcn Gesandten darum angehen sollen, die Sache den Eidgenosse»zur Vermittlung zu übergeben. Der erstere anerkennt der Eidgenossen Wohlmcinen, erklärt aber, der Kö>ngwerde von der den beiden eidgenössischen Gesandten gegebenen Antwort nicht abgehen; übrigens sichert er ft>Mmöglichste Mitwirkung zu und wünscht die Antwort der burgundischen Gesandten zu vernehmen. Leztere stimme»dazu, daß die Eidgenossen um einen Waffenstillstand durch eigene Gesandte anhalten, wünschen, daß der K^»'^von Frankreich alle eroberten Pläze und Schlösser räume, indem sie dann dasselbe thun werden, begehre», dieEidgenossen möchten auswirken, daß die Neutralität wiederum erneuert werde und daß Frankreich einesicherung des Friedens gebe, und ersuchen die Eidgenossen, zu Beschirmung der Grafschaft dein König »»»Spanien einen Aufbruch von 9,000 bis 10,000 Man» zu bewilligen, dann werde der Friede sicher nicht mehrgebrochen werden. Nach Anhörung dieser Antworten und einer Erwiderung des französischen Gesandten, dereine Erneuerung des Neutralitätsvertrags für unnöthig hält, werden die beiden frühern Gesandten und mlderen Gesuch noch vier andere bezeichnet, welche am 30. Juli von Neuenburg abreisen und sich in beide ft>»d'liche Lager verfügen sollen. Dein König von Frankreich und dem Connetable wird hievon Mittheilung gem»mmit dem Ersuchen, bis zur Ankunft dieser Gesandten sich aller Feindseligkeiten zu enthalten; das Gesuch derburgundischen Gesandten um einen Aufbruch wird in den Abschied genommen; bis zur Rükkehr der Ges»»d^»soll kein Ort weder Frankreich noch Spanien Hülfe versprechen, indem sonst die Gesandten nichts ausrichtekönnten. «I. Die Gesandten der Freigrafschaft eröffnen in einem fcrnern Bortrage, daß laut einer vombernator eingelangten Nachricht die beide» Obersten Gallati und Grißach mit ihren Regimentern in die Eft»!schaft eingefallen seien und die dem Gubernator gehörende Stadt Champlpte, entgegen allen Zusicherung^'belagern; sie bitten daher, die beiden Obersten abzumahnen oder denselben anzubefehlen, den Dienst Z» g»^tiren, wenn der König von Frankreich auf seinem Vorhaben beharren sollte; sie dringen endlich darauf, »die eidgenössischen Orte sich möglichst bald über das Anfbruchbegehren entscheiden und die Wahl der betrefft»den Gesandten nicht verschieben. Daher wird an den König von Frankreich und an die beiden Obersten El» »und von Grißach ernstlich geschrieben, keine Feindseligkeiten in Burgund, namentlich gegen die Stadt Eh»»'plyte, vorzunehmen, sondern Alles bis zur Ankunft der eidgenössischen Gesandten einzustellen, welche ci»e»Frieden zu vermitteln suchen werden.*) Der spanische Ambassador, Alfonse de Casale hält folgende» ^
") Luccrn bewilligt einen Gesandten, aber mit der besonder» Instruction, er dllrse sich in nichts einlassen, als was dieHäuser Burgund betrifft, dllrse nicht zugeben, baff den, König von Navarra der Titel „aller Schriftlichster" gegeben werde, wenselbe noch im Bann und vom Papst nicht absolvirt ist.