Druckschrift 
5,1,a (1872) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1587 bis 1617
Entstehung
Seite
222
Einzelbild herunterladen
 

222

August 1590.

R

Conferenz der V evangelischen Orte.

Hlern. 1!>W, ll». und 17. Aitgusl (0. und 7. alt. Kal.).

Staa»»arcl>i» itiiltch. Abschl-dbd. IZI, S. I7<.

Gesandte: Zürich. Hans Heinrich Schund; Konrad Großman», Schultheiß, beide deS Raths. Äer»>Abraham von Grafenricd, Schultheiß; Johannes von Buren, alt-Benncr; Hieronymus von Erlach; Mich^^Ougsbnrger, alle des Kleinen Raths. Glarus. Jost Tschndi, Landammann. Basel. Jakob Oberricd,Pannerherr; Hauptmann Balthasar Jrmi, beide des Raths. Schaffhausen. Georg Mädcr, Statthatteund des Raths.

Gemäß des lezten Abschieds zu Aarau hat man sich hier versammelt, um gegenüber den von Tag zu Tagzunehmenden Feindseligkeiten des savoyischen Kricgsvolks gegen die bernischcn lintcrthancn und die Stadtentsprechende Maßregeln zu bcrathcn. Vorerst danken die Rathsgesandten Berns für den Besuch dieses Tagesund für die von den vier andern Orten bisher erzeigte Beharrlichkeit und aufgewendeten Bemühungen »»bKosten, um diese Sache zu einem erwünschten Ende zu bringen, und versichern, ihre Obern werden diesesvergessen und es gegebenen Falls nach bestem Vermögen zu vergelten suchen. Die Gesandten der ander»bemerken, daß sie das, was sie gethan, gerne gethan haben und nnr bedauern, daß es den gewünschten Erf^gnicht hatte; indessen seien ihre Ober» immer bereit, die Mittel, die Gott ihnen verleihen werde, seine hciNEhre und des gemeinen Vaterlandes und ihrer lieben Eidgenossen und Nachbarn Wohlstand, Frieden,und Einigkeit zu fördern, nach Vermögen anzuwenden. Nach Verlesung des Berichtes deS bernischcn ?l»>l-manns zu Newis, vom 4. dieß, sodann der Antwort, des Bastards von Savoyen, Amadeus, worin er' duvorgefallenen Gcwaltthätigkeiten bedauert und verspricht, mit seiner Mannschaft wieder hinter die Clus zi^zu wollen, sodann einer Zuschrift der Herren von TavanneS, Sipierrc und deS obersten Präsidenten imzogthum Burgund, mit dem Erbiete», mit 400 gerüsteten Pferden Bern zu Hülfe zu ziehen, wird für nöth'gerachtet, die Sizung auf den Nachmittag zu verschieben, um auch den französischen Ambassador und denSyndic Roset anzuhören. — Am Nachmittag erläutert Landvogt Schmid im Namen der andern Gesandtin Gegenwart des Ambassadors und RosetS Alles dasjenige, was jüngst z» Aarau verhandelt und warum d^gegenwärtige Tag ausgeschrieben ward und wünscht vom Ambassador zu erfahren, auf wessen Kosten dieHerrn von Tavannes anerbotene Hülfe von 400 Reutern solle geschikt und gebraucht werden und waS erseit dem lezten Tage zu Aarau beim König ausgerichtet habe. Der Ambassador erwidert, er habe nachbenanntem Tage dem König die Dringlichkeit der Hülfeleistung vorgestellt und ihn gebeten, einen wohlerfah"'^Kriegsführer mitznsenden; andere Mittel wisse er keine vorzuschlagen und wolle vernehmen, was die Gesangausfindig gemacht und WaS sie ihm ferner anmuthcn wollen; wegen Bezahlung der vom Herzogthum B»rsi"'anerbotenen 400 Reuter möge man außer Sorge sein. Der Gesandte Genfs schildert nochmals eindriuswdie Gefahr, in der die Stadt Genf schwebe, bittet um schleunigen Zuzug und bemerkt schließlich, daß ^Herzog von Savoyen von den Lyoncrn und von denen zu Grenoble, Brianyon und in der Provinz »m ^ihnen verheißene Hülfe angesprochen worden sei, ansonst sie für sich selbst sorgen würde». Der Anibass"^darüber angefragt, ob er die 15,000 Kronen in Baar erlegen oder auf den König versichern wolle, antwM'daß er die vermöge des Tractats schuldigen 15,000 Kronen in Baar zu erlegen bereit sei, daß er dann o