Juni 15«7.
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Conferenz der evangelischen Orte.
Aarau. 1587, 11. Auni (1. Juni alt. Kal.).
Staae»archiv Ziirlch - Abschtcdbd. IM, I>MI, Wl.
Gesandte: Ziirich. Hans Keller, Obmann; Hans Eschcr, beide des Raths. Bern. Vudwig von Erlach;Hauptmann Bernhard Tillmann, beide des Raths. Glarns. Jost Tschndi, Statthalter und des Raths.Aaset. Jakob Oberried, Pannerherr; Hans Jakob .Hofmann, beide des Raths. Schaphausen. Dietcgcn"on Wildenbyrg, genannt Ningk, Burgermeister; Hans Konrad Meyer, alt-Burgermeister.
Da bei dem „meerern vnstclligen Hussen" der Bürgerschaft zu Miihlhauscn bisher weder freundliches nochernstes Zusprechen, Bitten und Ermahnen etwas gefruchtet hat und da die zu wiederholten Malen mit großenkosten und vieler Arbeit ihnen vorgeschlagenen Mittel so wenig Erfolg hatten, daß sie vielmehr ans ihremAorsaz beharren, kein unparteiisches Recht annehmen wollen, gegen ihre Mitbürger ein Malcfizgericht anslhrer Mitte aufstellten und also selbst Kläger und Richter sein wollen, wurde diese Conferenz ausgeschrieben,""l zu berathschlagen, wie den bedrängten Bürgermeister, Näth' und Burgern, welche nur ein unparteiischesRecht begehren und die mit ihnen noch vcrbiindeten Orte um Beistand und Rettung anrufen, mit bewaffneterHund Hälfe zu leisten, wie die von den Unruhigen angemaßte Gewalt mit Gegcngewalt zu dämmen, wieRcse zun» Gehorsam und zu einem unparteiischen Recht zu bringen sein möchten und zugleich der fünf Orte^hre und Reputation in dieser widerwärtigen Sache gegen Jedermann gewahrt werde. Nach Eröffnung derInstructionen und Anhörung der Klagen der anwesenden Abgeordneten der Minderheit entschließt man sichendlich dahin: In Betracht, daß dieser langwierige Handel keinen fcrnern Verzug erleiden darf, indem manbesorgt, es möchten die V oder VIII katholischen Orte auf Anrufen der Unruhigen eine Besazung dorthin^gen, und daß je eher je besser Hülfe geleistet werden muß; in Berüksichtignng ferner, daß Hauptmann JrmiBasel sich anheischig gemacht hat, in einem oder zwei Tagen 500 bis 600 Mann zu diesem Zwek zusammenK> bringen, soll Basel dem Jrmi den Befehl crtheilen und ihm dabei behülflich sein, mit 500 bis 600 oder"och mehr Mann, darunter möglichst viel Schüzen, ans Mittwoch den 7./I7. dieses Monats von Basel auf-zubrechen, am folgenden Morgen vor der Stadt Miihlhauscn sich zu lagern, die Straßen und Pässe in dieStadt zu besezen und jeglichen Aus- und Eingang zu sperren. Inzwischen sollen Ziirich, Bern und Schaff-hansen ebenfalls aufbrechen, und zwar soll Bern am Abend des 8./18. mit 600 Mann vor Miihlhauscn,Jiirich mit 500 und Schaffhanse» mit einem Fähnchen von 300 Mann am 9./I9. zu Basel eintreffen und"on da so bald möglich nach Mühlhausen marschiren. Glarns, dessen Gesandter ohne dießfällige Vollmachten'st, soll so beförderlich als möglich mit einer ihm gefälligen Anzahl Mannschaft nach Mühlhausc» ziehen, wenn'h>n inzwischen nicht abgeschrieben wird. Dieses Alles soll in jedem Ort so still als möglich vor sich gehen;""ch soll dieser Retßzng auf gemeine Kosten geschehen, über deren Reparation man sich seiner Zeit verständigenMcm erwartet, daß die unruhigen Mühlhauser, wenn sie diesen Ernst sehen, Gnade begehren und sichnicht „lehr weigern werden, ihre Sache einem ordentlichen unparteiische» Rechten zu übergeben. Sollte aber