jener Orte — jedoch ohne Solothurn — mit Spanien-Mailand, dein sodann ans evangelischer Seitedie Bündnisse Zürichs und Berns 1-'i88 mit Straßburg, 161Z mit Badcn-Durlach und 1615» mitVenedig folgten, wogegen die Unterhandlungen über den Beitritt der eidgenössischen evangelischen Ortezu der protestantischen Union in Deutschland ohne Erfolg geblieben sind. Auf diesem Gebiete derauswärtigen Verbindungen bildet einzig die Erneuerung des französischen Bündnisses im Jahr 16(12einen gemeinsamen Act der gcsammten Eidgenossenschaft, dem zur Zeit bloß Zürich fremd blieb, dasdann aber nachträglich im Jahr 1614 ebenfalls beitrat.
Im Einzelnen wechselten die politischen Eonstellationen in den Beziehungen zu dem Auslandenicht häufig; zu den angränzenden Staaten stund man durch den Contact des täglichen Lebens inregern Verhältnissen und überdies boten die Bündnisse und Verträge mit denselben weitere Berüh-rungspunkte.
Mit Oesterreich bestund von früher her die Erbeinung und daneben erneuerte man einen ausgelau-fenen Vertrag über die Zollverhältnisse, welche zu vielfachen Verhandlungen und langwierigen Erör-terungen zwischen den beiden Ländern Veranlassung gegeben hatten. Im Übrigen bedingte die aus-gedehnte Gränznachbarschaft zu jeder Zeit einen regen gegenseitigen Verkehr, der bei Kricgöläufcnin besonderer Weise in Betracht kam und erhöhten Nachdruk in die wechselseitigen Beziehungen brachte.Eine vereinzelte Episode bildet in diesem Zeiträume die versuchte Wiedcrlösung des schaffhausischcnDorfes Merxhausen durch Oesterreich.
^ Nach der Seite des Reiches hin war die Lvkerung des Bewußtseins der einstigen Zugehörigkeitbereits soweit erfolgt, daß man, entgegen früherer Übung, im Gefühle der eigenen vollkommenenSouveränität die im Schöße der Tagsazung anfänglich von St. Gallen gemachte und später vonanderer Seite unterstüzte Anregung, die Bestätigung der Privilegien und Freiheiten der Eidgenossenbei dem Kaiser nachzusuchen, für überflüssig von der Hand wies. Auch die gegenüber weitergehendenHülfsbegehren zugestandene Leistung an Büchseupulver in den Kriegen des Kaisers gegen die Türkenwollte man keineswegs als den Tribut eines hülfsverpflichteten Gliedes des Reiches, sondern lediglichals einen freiwilligen Beitrag zur Abwehr eine« geineinsamen Feindes der gcsammten Christenheitangesehen wissen, und ermangelte nicht, diesen Standpunkt gegen die Abgeordneten des Kaisers aus-drüklich zu betonen. Es ist übrigens nicht ersichtlich, daß auf Seiten des Neichsoberhauptes eineentgegengesezte Auffassung diesfalls vorgewaltet hätte.
Spanien übte durch das Bündniß mit den katholischen Orten und die Angränzung seinermailändischen und burgundischen Lande an das eidgenössische Gebiet und den dahcrigen wechselseitigenVerkehrscontact auf die Politik der Eidgenossen neben Frankreich den meisten Einfluß, der gesteigertwar durch die Weltstellung, die Spanien in dieser Zeit noch einnahm. Dazu kam, daß dieser Hortder römischen Kirche bei den katholischen Eidgenossen ebenso viel Sympathie als bei ihren evangelischen