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5,1,a (1872) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1587 bis 1617
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VIl

Mitbürgern Abneigung fand, wobei nicht ausbleiben konnte, das? solche grundverschiedene Stellung zudieser Macht der eidgenössischen Politik vielfach ihre Richtung anwies, beziehungsweise ihre Hemmungauf dieselbe ausübte.

Daö katholische Frankreich, welches von je, wenn das staatliche Interesse oder die Zielpunkteseiner Politik es erheischten, die kirchlichen Erwägungen in zweite Linie zu stellen wußte, fand indieser Zeit im Ganzen mehr Zuneigung und Unterstüzung bei den evangelischen als bei den katho-lischen Orten der Eidgenossenschaft. Selbst Zürich, daö allen frühcrn Bündnissen mit der KroneFrankreich fremd geblieben war, änderte jczt sein Verhalten und trat ebenfalls bei. Diese Erschei-nung erklärt sich sowohl auS den damaligen inncrn Verhältnissen als der allgemeinen Politik diesesLandes, das unter den beiden Heinrich III. und IV. der evangelischen Religion mehr Duldung undSchuz als früher, ja eine Zeit lang geradezu überwiegenden Einfluß am Hofe einräumte. Daranmochten sich im protestantischen Europa wcitauöschaucndc Hoffnungen und Erwartungen knüpfen,während im eigenen Land eine mächtige Partei die Gegenstrebnngen bis zur Auflehnung gegen dieStaatörcgierung unv zu offenem Bürgerkrieg trieb. Bei solchen Zuständen ist nicht unerwartet, wennman eidgenössische Soldtruppcn scharf nach den Cvnfessioncn getrennt in beiden Lagern: die evange-lischen auf königlicher und die katholischen auf liguistischcr Seite kämpfen sieht Daneben bliebimmerhin auch jczt der Einfluß Frankreichs auf die auswärtige Politik der Schweiz ein durchausüberwiegender und er erlitt nur dann, wenn materielle Erwägungen, bei denen Taufende beider Con-fessivnen gleich stark interessirt waren, einträchtiges Handeln zu veranlassen vermochten, zeitweise gewisseAbschwächnng.

Mit Savoyen unterhielten sechs der katholischen Orte Bündniß und es cmpfiengen die darauserwachsenden engcrn Beziehungen besondern Nachdruk durch die Gemeinsamkeit der kirchlichen Interessen.Die Wirkungen dieser Verbindung machten sich vornehmlich geltend in den Zerwürfnissen und KriegenSavoyens mit Bern und Genf; denn nicht nur stunden kraft des Bündnisses Soldtruppen jenerkatholischen Orte im savoyischcn Dienst und steigerten dessen Kriegsfähigkeit, sondern diese Orte weigertensich auch beharrlich, Genf und die wälschen Lande Berns in den eidgenössischen Schuz und Schirmaufzunehmen und damit für deren Integrität gegen die unablässigen Bestrebungen und AbsichtenSavoyens auf dieselben einzutreten.

In die allgemeine Weltlage selbständig einzugreifen hatten die Eidgenossen lange schon aufgehört.Seit ihren italienischen Feldzügen und dein Abschlüsse des ewigen Friedens mit Frankreich bildetedie Neutralität daö Grundgesez ihrer politischen Stellung in dem Völkervcrbande und wenn etwaeinmal eine Einwirkung erfolgte, so geschah es lediglich auf dem Wege friedlicher Vermittlung, sowährend dieses Zeitraumes z. B. in den Kriegen Frankreichs mit Spanien und mit Savoyen, beiErneuerung der burgnndischen Neutralität, in den Bauernaufständen im Schwarzwald und am Rhein.