1951
23
Beitritt Zürichs zu dem Bündniß der Eidgenossen mit der Krone Frankreich von 1602.
IV1», 2«. Januar (alt. Kal.)
Staatsarchiv Zürich. Urkunden Nr. LW, SW und NV.
Deutscher Text der Beitrittserklärung.
Wir der Bürgermeister, clei» vnd groß Rath der Statt Zürich thund khnndt allen denen es sich gebiirenMirt: Demnach der edel vnd hochgeacht Herr, Herr Peter von Castille, deß allerchristenlichisten Künigs zuFranckrych vnd Nanarra, vnsers gnedigisten Herren geheymbster Rath vnd syn Ambaßador inn der Eidtgno-^afft, Hut vor vns, vff vnnserm Rathhuß by einanderen versamblet, erschinnen vnd vns in Nammen irerkünigklichen Mayestat fürgebracht: Alsdann dieselbe (glych wie die König ire Vorfahren auch gethaan) vnnsernNfer vnd vfrechte Affection zu Förderung, so vil an vnns gelegen, deß Staudts vnd der Cron FranckrychHvchheit vnd Wolfahrt erkhendt vnd zu Gmüt geführt, obglychwol wir inn der Vereinung, die mit den übrigenDrten vfgericht worden, nit begriffen sind, vnd hiemit vnnsere Intention, obschon wir sontst mit keiner andernVerpflichtung noch Eydtschwnr darzu verbunden, bezöget habint, da so Helte wyland der König selig, Jrer Mt.ehrendister Herr vnd Vater (der inn der Glory Gottes sye), wie auch shnem Exempel nach Ire hetzt regierendeMayestatt begert, disen guten Willen durch ein sonderbare Declaration vnnd öffentliche Bezügnng inn eben-mäßiger Gstalt, Form vnd Solennitet, wie die übrige Ortt hieuor gethan, zubevestigcn vnd durch dises Banndalle Glider vnd Ort vnserer Nation inn einem glhchen Tractat der Vereinigung, glych wie inn dem Tractatewigen Fridens, zusammen zubringen. Wann wir nun sollches inn Betrachtung geführt, sontst auch vß^ennießiger Begird, die Jr Mayestatt durch ire zu vnns tragende Guthertzigkeit bezögen thut, bewegt, habenMir vmb Irer Mayestat, auch vnnser gmeinen Ständen Bestens willen vns erklert vnnd erclerend vns inntrafst dises gegenwürtigcn Briests, das vnnser Will vnd Verstand ist, den Tractat der Vcreinnng, wellcherSvlothurn den leisten Tag Jannarij im einthnßent sechshundert vnd andern Jar beschlosßcn worden, zuapprobieren vnd von Puncten zu Punctcn vnverbrochenlich zuhalten, auch nit gestatten, das inn einichem WegMider denselben gethan werde, sonders zu dem, als werend wir darin« vßtrnckcnlich vermeldet vnd begriffen,Kunden syn wöllend. Doch wollend wir dise darin» vermelte, deß Babsts vnd heiligen apostolischen Stuls^'tel, als die vnnserm Glauben vnd Religion zuwider, nit approbiert haben, vnd auch mit dem Geding, dasMann sich Purnwen vnd Kriegsempörnngen inn Franckrych vnd inn anderen Irer Mayestat Landen vnd Herr-gafften (da Gott vor sygc) zutragen vnnd erheben wurden, die Religion betreffende, wir nit schuldig nochverbunden syn sollend, vnnsere Kriegslüth zu disem Krieg volgen zelaßen, sonders im Fhal dieselben schon innFranckrych inn Irer Mayestat Dientst werrend, soll sy Jr Mt., wann wir sy darnmb ersuchend,' früntlichvrlauben, sy vmb ire Besoldung, nach Marchzal der Zyt so sy dienet haben, bezalen, vnd mit Paßporten vnd^Mitsbriefen frey vnd sicher wider anHeim züchen laßen. Es soll auch im Übrigen der ewige Tractat, welcher^ Svlothurn zwüschen König Heinrich seligen dem Dritten vnd den Herren von Bern vnd Solothnrn wegen^r Statt Genf Conseruation den achtzchenden Tag May im einthußent fünfhundert sibentzig vnd nünten Jarvfgericht worden, inn wellchen Tractat der letst abgestorbne König selig vnsere Statt vnd Ortt sidher im"vthußont sechßhundertisten vnd sünsften Jar glychfals vf- vnd angenommen, by syner Volkhommenheit,^vefften vnd Würden verblyben. Vnd wir der von Castille obgenant, wol wüsßende, das Jr Mt.