Thurgau.
künfftigclich nach Iren Brüchen vnnd altten härkommen das Regiment widerumb besetzend, söllend sy vß den Vier alttenPäthen der Catholischen Religion, j welchen sy am geschicklichisten vnnd am nutzlichisten beduncken wirtt, einen Schultheißenerwellen vnno ncmmen, also vnnd mit der heiteren erlüterung, das fürhi» ein Jar (einer) von der Catholischen-, vnnd dasannder Jar einer von der s Enangelischen Religion sin vnnd das Schultheißen Ampt verwüsten, vnnd soll dann der altvnnd abgennd Schultheis desselben Jars Statthalter vnd Rychsuogt sin vnnd blyben. Zum Dritten, So söllend dievier alten Rüth j verplyben, darnebent aber von der Enangelischen Religion anch vier genommen werden, dieselben Achtnoch vier nemmen vnnd von Jeder Religion Zween erwellen söllen; Vnnd so dann einer von dennselben Achten mit todabgiennge oder j sonnsten vnthngentlich sin wnrde, sölle allwegen an dess abganngnen statt einanndcrer derselben Religiondes abgestorbnen gewessen genommen werden. Zum Vierdten. Das Seckclmeister Ampt belanngende, söllen sy die skleinen Rath zwen von beiden Religionen erwellen, da der ein das Ampt ein Jar lang vnnd dann der annder ouch einJar versächen vnnd Jeder vor Schultheis vnnd kleinem Rath gepürrende Rechnung geben sölle. Zum j Fllnfsten söllensy von Dießenhofsen klein vnnd gros Rüth Burger anzunemmen gemalt haben; Nammlich wann einer in der Eidtgnosschafftgeporen ist, der sölle nit In das Regiment gebracht werden, Er sye dann zuuor sechs Jar s Jngesäßner burger gwessen;Glycher gestalt wann einer vsserthalb der Eidtgnosschafft angenommen wirt, der sölle ebenmäßig nit In das Regiment gesetztwerden, Er habe dann zunor acht Jar alda gehnßet vnnd gewont. Zum s Sechsten, Anträffend das Buwmeister,Spittalmeister, Mzücher- vnd Vmbgeltter Ampt, da sölle von beiden Religionen zu dissen Empteren thugentliche vnnd be-queme Personen, der Buwmeister vier Jar, der Spitalmeister sechs Jar, der Jnzllchcr s zwey Jar vnnd der Vmbgeltter ei»Jar vmb das annder gesetzt werden. Was dann das Stattschryber Ampt antrifft, so soll der Jetzig Stattschryber das-selbig Ampt noch zwey Jar lanng versechen, vnnd nach verschynung gc- j meltter zwey Jaren söllen sy einen CatholischenStattschryber nemmen vnd setzen, der das Ampt sechs Jar vcrsäche, vnnd nach verschynung sölcher sechs Jaren söllen sywiderumb einen von der Evangelischen Religion nemmen, der j das Ampt ouch sechs Jar lanng versuche, vnnd dannenthingemelt Stattschryber Ampt also von Sechs Jaren zu Sechs Jaren lassen der keere nach vmbgon. Es soll ouch kein Mcßyffvon denn Schultheißen verschickt noch gsiglet s werden, sy sye dann zunor de» Rüthen vorgetässen worden, das dieselbenvon der meerthcil beider Religionen darby sygind. Zum Sibenden, dess Ober Stattknechts Ampt berllrende, da sollenddie Jetzigen Dry, Im- j fahl sy sich der gepllrr nach tragend vnnd halttend, verplyben, da aber einer vß denselben todesverschiede, ein anndern, so der Catholischen Religion, an sin statt genommen werden, also das Jederwylen Zwen von derEnangelischen vnd s einer von der Catholischen Religion sye; Also wann ein Schultheis von der Catholischen Religion, so sollder Ober Stattknecht onch Catholisch sin, vnnd wann der Schultheis der anndern Religion, so soll der Ober Stattknechtouch siner s Religion sin, vnnd söllen die anndern zwen desselbigen JarS nur gmeine Diener sin. Vnnd letstlich, Allannder Jr der Statt von Dießenhoffen Sachen vnnd Verwaltungen beträffend, söllend dieselben wie von altter s vnnd bißharohne einiche gefahr geübt vnd verrichtet werden vnnd sonnsten sy In all annder weg by Iren alten Brüchen, Fryheitenvnnd gerechtigkeiten verplyben, vnnd so sich Inn künfftigem der Besatzung der Emptern vnnd j sonnst etwas Spanns voneinem oder dem annderen thcil zutragen möchte oder wurde, dieselben von denn Regierenden Ordten falls Jrcr Rechte»Ordenlichen Höchen Oberkeit) vßgesprochen vnnd erördtertert werden söllenn. s Vnnd dess zu wahrem Vr kann dt sohalt der fromm Erenuest vnd Wys vnnser Jnsonnders gethrüwer lieber Lanndtuogt zu Baden Inn Ergöuw, AnthonjClaußer, dess Raths der Statt Zürich, sin eigen Jnsigcll Jnnammen vnser aller off- > entlich ann dissen brieff gehennckt,der geben ist denn Nüntzechenden tag dess Monats Julis, von der gebnrtt Christi, vnnscrs lieben Herren vnnd Selig-machers, gezaltt Einthussend Sechshundert vnnd zwey Jar." *) Absch. 474. u.
Art. 668. (1603). Sylvester Hubcr beklagt sich mit Zuschrift vom 12. Juli an die iu Baden versammelte»Gesandten der V katholischen Orte, daß er, obschon ihm von den regierenden Orten das Amt eines Stadt-schreibers zu Dießenhofen zugesichert worden sei, diese Stelle bisher nicht habe antreten können. Absch. 504. x.— 669. (1909). Beide Schultheißen von Dießenhofen führen im Namen der Stadt Klage, daß, obschon vonjeher die Domstift Constanz den Amtmann aus ihrer Stadt genommen, sie dermalen Herrn Steiger von Uri
*) Original im Staatsarchiv Lucern,