—23und die Mehresten selbst zwey, andre sogar dreiMahl darin gesehen wurden an jedem Sonntage.Wenn jemand an einem ganzen Sonntage nicht indie Kirche erschien, so gehörte dieses zur Ausnahmeund man hielt die Abwesenden für krank oder fürausheimisch.Jetzt aber gehört, wie ein scharfsin-niger Beobachter unsrer Zeitgenossen sagt, „das„Besuchen der Kirche bey vielen zur Ausnahme und„die Weichlichkeit unsrer Tage findet die Kirchen„selbst schädlich für die Gesundheit. Sonst sah„man die Kirchen an als Oerter der Erholung von„ dem Arbeiten der Woche, jetzt kennt man andre„Oerter der Zerstreuung, welche für die Sinnlich-„keit reitzender und angenehmer sind. Wie kränkendmußten diese und ähnliche Wahrnehmungen für ei-nen Mann werden, der in ganz andern Zeiten ge-bildet, und mit ganz andern Vorstellungen aufge-wachsen war!Ein harter Schlag war für Euren alten Leh-rer der Tod seines vorigen Amtsgenossen, des vonihm fast unzertrennlichen Justus Brummer; andem 14. May des Jahres 1792 ward ihm dieservon der Seite gerissen und in das Land der Vol-lendung versezt. Obgleich der Zurückbleibende dieWege der Vorsehung auch hier anbethend preisenmußte: so blieb dieser Verlust doch der schmerzlichstefür ihn, und er wird ihm unersetzlich bleiben in die-sem Leben.
Druckschrift
Das pflichtmäßige Andenken an würdige Religions-Lehrer : eine Predigt bey der Amts-Niederlegung des Herrn Predigers Johann Wilhelm Janssen gehalten am 27. Junius 1802 in der reformirten Kirche zu Düsseldorf ; nebst einigen angehängten Notizen über die allmählige Entstehung und fernere Ausbreitung der dortigen reformirten Gemeinde und einem Verzeichnisse aller Prediger derselben von 1584 bis 1802
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