—22Kaum hatte er seinen Posten als Hauslehrerbey einer schätzbaren Familie verlassen, so erlebteer auf seiner ersten Predigerstelle zu Brienen * dieSchrecknisse des siebenjährigen Krieges, der auch diedortigen friedlichen Gegenden erschütterte. Dortwor er selbst ein Mahl in naher Gefahr sein Lebeneinzubüßen, wenn nicht die schützende Hand der Vor-ſehung ihn gerettet haͤtte.Er kam in dem Jahre 1763 hierher zu unſrerGemeinde, zu einer Zeit, wo man sehr häufig dieStätte besuchte, wo des Herrn Lob verkündi-get wird. Dieses war Freude für sein Herz undAufmunterung für seinen regen Fleiß. Desto inni-ger mußte es ihn aber auch betrüben, daß späterhinManche anfingen die Versammlungen zu verlas-sen***; daß der feurige Eifer für die Gottseligkeitallmählig anfing zu erkalten; daß die Kirchenzuchtum einen Theil ihres Ansehens kam; daß die Sit-ten immer mehr verwilderten und die strafbaren Lei-denschaften sich ungezügelter zeigten in ihren wildenAusbrüchen. Manches ist unsern Zeitgenossen gleich-gültig geworden, was unsern Vorfahren heilig war.Als Euer alter Lehrer sein Amt unter Euch antrat,da war es Sitte in den Familien, daß alle Haus-genossen an jedem Sonntage die Kirche besuchten* des Herrn Kammerdirektors, Freyherrn von Münz, zu Cleve.wo er 6 Jahre stand.*** Hebräer X. 25.
Druckschrift
Das pflichtmäßige Andenken an würdige Religions-Lehrer : eine Predigt bey der Amts-Niederlegung des Herrn Predigers Johann Wilhelm Janssen gehalten am 27. Junius 1802 in der reformirten Kirche zu Düsseldorf ; nebst einigen angehängten Notizen über die allmählige Entstehung und fernere Ausbreitung der dortigen reformirten Gemeinde und einem Verzeichnisse aller Prediger derselben von 1584 bis 1802
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