21nen Gram darüber ertrug er in der Stille und nurdie Nutzbarkeit dieses rühmlichen Unternehmenskonnte ihn dafür schadlos halten; nur der Hinblickauf die seligen Folgen für wahre Frömmigkeit, überwelche die Zeit längst entschieden hat, konnte ihndabey aufrichten.Was unser würdiger Prediger Janssen warin seinem Leben und Wandel, das wisset Ihralle, die Ihr ihn kennet, strenge Redlichkeit, un-bestechliche Rechtschaffenheit und eine pünktliche Ge-wissenhaftigkeit zeichneten ihn aus; eine Gewissen-haftigkeit, welche ihn oft an die Grenzen der Aengst-lichkeit führte, und ihn zuweilen selbst da noch be-sorgen ließ, seiner Pflicht nicht völlig genüget zuhaben. Doch! dieß alles wiſſet Ihr ohne meinErinnern und beßer, als ich's Euch sagen kann;ich will nicht den Lobredner machen; das verbiethetmir der Ort, an welchem ich stehe; das untersagtmir die Freundschaft für den Mann, von welchemich rede, und seine eigene Bescheidenheit würde diesesam stärksten mißbilligen. Was ich bisher sagte undnoch ſagen werde, das ſoll bloß dazu dienen, Euchdie Pflichtmäßigkeit des Andenkens an Euren altenLehrer zu beweisen und Euch zu zeigen, wie sehrIhr noch fortwährend verbunden seyd, ihm die schul-dige Achtung zu beweisen. Dieses werdet Ihr destolebhafter empfinden, wenn Ihr Euch daran erinnert,daß auch sein Lebenspfad oft steil und unangenehm war.
Druckschrift
Das pflichtmäßige Andenken an würdige Religions-Lehrer : eine Predigt bey der Amts-Niederlegung des Herrn Predigers Johann Wilhelm Janssen gehalten am 27. Junius 1802 in der reformirten Kirche zu Düsseldorf ; nebst einigen angehängten Notizen über die allmählige Entstehung und fernere Ausbreitung der dortigen reformirten Gemeinde und einem Verzeichnisse aller Prediger derselben von 1584 bis 1802
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