12Lehrstande nichts unvollkommnes entdecken konnten,sa sehen manche unserer Zeitgenossen an den ein-zelnen Gliedern desselben nichts als Mängel undGebrechen. Dieser Partheylichkeit wollen wir unsnicht schuldig machen; wir wollen es nicht vergessen,daß wir in dem Lehrer auch den Menschenzugleich erblicken.Ein solches weise und christlich geordnetes An-denken an unsere Lehrer werden wir pflichtmäßig fin-den, wann wir bedenken, daß die Religionslehreres waren, die uns das Wort Gottes gesagt haben.Halten wir doch die schon in hohen Ehren,welche uns in Kenntnissen und Wissenschaften un-terrichteten, welche unsere unerfahrne Jugend leite-ten und uns auf die Geschäfte unseres Berufes vor-bereiteten; leben diese Führer unserer Kindheit, dieseStützen unseres jugendlichen Alters in unserem dank-baren Andenken fort, bis in das hohe Alter undselbst bis der Tod unsere Augen schließt, und dießmit gegründetem Rechte: wie sollten wir denn nichtauch deren gedenken, welche uns das Wort Got-tes gesagt haben? Waren sie es nicht, die un-sern Verstand ausrüsteten mit Kenntnissen von zweyWelten? Führten sie nicht Trost in unser Herz undRuhe in unser Gewissen? Sind's ihre Lehren nicht,welchen wir so manche labende Erquickung verdan-ken unter den drückenden Lasten dieses Lebens? Ist'snicht ihr Unterricht, der uns einst Muth, Kraft
Druckschrift
Das pflichtmäßige Andenken an würdige Religions-Lehrer : eine Predigt bey der Amts-Niederlegung des Herrn Predigers Johann Wilhelm Janssen gehalten am 27. Junius 1802 in der reformirten Kirche zu Düsseldorf ; nebst einigen angehängten Notizen über die allmählige Entstehung und fernere Ausbreitung der dortigen reformirten Gemeinde und einem Verzeichnisse aller Prediger derselben von 1584 bis 1802
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