rität" und nehmen die niedergelegten Waffen nicht wiederauf, schmieden nicht Tag und Nacht die neuen und stählennicht Tag und Nacht die Jugend zum künftigen Kampf. So-lange noch eine Hälfte unseres Volks — und ist es nur dieHälfte ? ■— so rechnet und denkt, so vor Gespenstern die grau-same Wirklichkeit, vor blassen Gedanken die bittere Schandeund vor hohlen Ideen die Schmach verkennt, solange sie dieIllusion, dieses größte und glänzendste aller goldenen Kälberder Deutschen, mit Hoffnungen weiterfüttert, werden dieFeinde ein leichtes Spiel mit uns haben: sie werden uns diesesfeige Rettungsuchen im unwirklichen Schein mit wirklicherKnechtschaft, dieses faule Hoffen auf ein unmögliches Viel-leicht mit härtester Arbeit, dieses schamlose Schwören aufdas Trugbild der Menschheit mit Fußtritt und Peitsche, mit Mordund Schändung bezahlen undbüßen lassen, ja sie werden glauben,mit Recht einem Volke den Fuß auf den Nacken zu setzen, dasnur dulden und versöhnen, nicht mehr kämpfen und siegen will.Aber alles dies: unser Waffenniederlegen, unser Glaube andie Menschheitsprediger, unsre unendliche Langmut ist wohlVersagen und Schwachheit, aber begreiflich und entschuld-bar aus der Stunde übergroßer Müdigkeit, verständlich nachden ungeheuren Spannungen und Kämpfen gegen eine ganzeWelt, verständlich aus unseren inneren Spaltungen und jahr-hundertealten Nöten, und wenn wir dafür büßen müssen, gibtgerade dies dem Feind kein Recht auf seine Gewalt: denn was beiuns nur Täuschung war, wurde bei ihm zur Lüge, was bei uns nurallzugläubiges Vertrauen war, wurde bei ihm zum Bruch des Ver-trauens, was bei uns nur Hoffnungsseligkeit auf Recht und Ge-rechtigkeit war, wurde bei ihm zu Unrecht, Ungerechtigkeitund zu einem Frieden, dessen Schande auf ihn selbst zurück-fällt. In Einem nur haben wir Schuld auf uns geladen und demFeinde das Recht zur Knechtung gegeben: nicht durch unsereGewalt, wie er die Völker glauben machte, sondern durchdas Zugeständnis ungerechter Gewalt, durch die Zustimmungzur Lüge unserer Schuld, an die wir selbst nicht glaubten.
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